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[Blogtour] Interview mit einem Kriminalhauptkommissar

Henry Frei, geboren 1974 in Finkenwerda. Ein kleines Spreewalddorf, das dem geneigten Martin Krist-Leser bereits aus seinem Thriller »Die Mädchenwiese« bekannt sein dürfte. 1992 kam er nach Berlin, wo er an der Polizeihochschule studierte. Seit 1997 ist er beim Landeskriminalamt. Dort beschäftigte er sich zunächst mit Einbrüchen, Raubüberfällen, Erpressungen.

2000 wechselte er ins Morddezernat-Mitte, zuerst als Kriminaloberkommissar (KOK). Seit 2013 ist er als Erster Kriminalhauptkommissar (EKHK) leitender Ermittler.

Ich habe mich mit ihm unterhalten.

Über Arbeit und Ermittungsstress – Das »normale« Leben des Kriminalhauptkommissar Frei

Herr Frei, Ihr neuer Fall hat es in sich. Erst eine Promigattin, die stranguliert in einer Absteige gefunden wird, dann ein vermisstes Mädchen. Ständig lauern Ihnen Reporter auf, immer wieder bekommen Sie es mit neuen Zeugen und Spuren zu tun – wie gehen Sie mit Ermittlungsstress um?

Henry Frei: Indem ich Momente und Stunden der Ruhe suche, ganz egal wie dringlich ein Fall erscheint. Niemandem ist geholfen, wenn ich nachlässig werde, Details übersehe, Fehler mache. Auch ich brauche Erholung, Entspannung, Schlaf.

Und dann noch all die Leute, die sich erst für das Schicksal ihrer Mitmenschen interessieren, wenn es meist zu spät ist. Macht Sie das nicht wütend?

Henry Frei: Natürlich macht mich das zornig. Andererseits: Vielfach funktioniert unsere Gesellschaft nur noch so. Jeder scheint sich selbst der nächste zu sein. Ich als Ermittler habe gelernt, über diesen Dingen zu stehen. Wut ist keine große Hilfe.

Wie fühlt es sich an, wenn Sie merken, dass Sie sich auf der richtigen Spur befinden und kurz davor stehen, den Täter zu stellen?

Henry Frei: Was wollen Sie hören? Dass ich erfreut bin? Nein. Allenfalls zufrieden, weil wir unsere Arbeit gut gemacht, weil wir der Gerechtigkeit genüge getan haben. Weil es uns mit der Überführung eines Verbrechers gelungen ist, die Welt ein bisschen sicherer zu machen.

Das Privatleben

Anders als bei vielen Ihrer Kollegen ist Ihr Privatleben erfreulicherweise kaum von der täglichen Konfrontation mit Verbrechen, Gewalt und Mord in Mitleidenschaft gezogen worden.

Henry Frei: Stimmt, mich plagen weder Albträume noch saufe ich oder lebe in Scheidung. Ich möchte nicht leugnen, dass es vielen meiner Kollegen so ergeht. Aber wie gesagt, man muss Abstand zur Arbeit finden – und einen Ausgleich.

Ihr Ausgleich, so scheint mir, ist Ihre Familie.

Henry Frei: Unbedingt. Mit meiner Frau Isabella habe ich zwei Kinder, unsere Tochter Emilia, 14, Sohn Benedikt, 8. Isa und ich, wir sind 15 Jahre verheiratet, aber wir lieben uns wie am ersten Tag.

Ihre Frau scheint allerdings ein sehr geduldiger Mensch zu sein – angesichts Ihrer übertriebenen Ordnungsliebe. Ständig räumen Sie Schuhe im Flur auf, wischen die Küchenanrichte ab, rücken Bilder gerade und …

Henry Frei: … ich bringe Dinge ins Lot. Das ist mein Job.

Aber doch nicht zu Hause!

Henry Frei: Ich gebe zu, für meine Kinder ist das nicht immer einfach, aber meine Frau hat mit mir und meiner Macke leben gelernt. In gewisser Weise hat sie mein strenges Bemühen um Kontrolle und Sicherheit sogar schätzen gelernt, weil es unsere Familie auch vor meinen beruflichen Widrigkeiten schützt.

Ist er komisch oder nur anders?

Unter Ihren Kollegen gelten Sie als anstrengend, weil Sie ständig Ihren Schreibtisch aufräumen, nacheinander Schubladen öffnen und den Inhalt neusortieren, Akten oder Bleistifte herumschieben, bis sie in einer Reihe liegen. Manche halten Sie sogar für …

Henry Frei: … komisch, ich weiß. Aber das ist mir egal, ob sie mich für einen Pendanten oder einen Zwangsneurotiker halten, weil ich meinen Papierkram rechtzeitig erledige und die Bücher in meinem Regal nach der Farbe der Buchrücken sortiere. So bin ich eben.

Außerdem, die meisten meiner Kollegen haben sich daran gewöhnt, denn im Grunde hat ja jeder von ihnen eine Macke: Die einen haben Schlafstörungen, die anderen saufen, die meisten leben in Scheidung …

 

Finden Sie, dass Sie eventuell etwas zu sehr »Kommissar« sind und weniger Mensch?

Henry Frei: Ich weiß, worauf Sie anspielen. Weil ich den Freund meiner Tochter überpüfen lasse, richtig? Aber das ist doch nur allzu menschlich: Ich mache mir Sorgen um Emilia.

Ihr Sohn Benedikt ist Autist. Eine schwere Situation, auch für Sie als Vater. Ich kann mir vorstellen, wie Sie sich fühlen. Meine Tochter hat einen aggressiven Gehirntumor. Irgendwie ähneln sich unsere Situationen. Wie gehen Sie damit im Alltag um?

Henry Frei: Die ersten Jahre war der Umgang mit der Erkrankung schwer, weil Benedikt eine ganz eigene Art der Wahrnehmung und Kommunikation hat. Inzwischen haben wir damit gelernt zu leben und, auch weil wir erkannt haben, dass es eigentlich gar keine Erkrankung ist, sondern eine einzigartige Begabung.

Danke und ein Gewinnspiel für euch!

Vielen Dank Kriminalhauptkommissar Frei. Es war ein durchaus angenehmes und vor allem interessantes Interview. 
Wer nun Herrn Frei und seine Kollegen selber kennen lernen will, kann »Böses Kind« von Martin Krist ab sofort überall im Handel kaufen und das solltet ihr. Es ist ein typischer Krist, der sich diesmal über eine komplette Reihe ziehen wird. Ich sehe jetzt schon die ganzen losen Fäden, die am Ende dann alle einen wunderbaren, Sinn-machenden Knoten ergeben werden. Wie es eben nur ein Krist Thriller kann!

Und damit ihr auch sofort die Chance auf dieses Buch habt, gibt es ein Gewinnspiel. Was auch sonst?


Was ihr gewinnen könnt? Na 3 super coole Pakete, die Martin euch netterweise einfach so schenkt! Was ihr dafür tun müsst? Eine Frage beantworten natürlich.

Könnt ihr euch vorstellen, als Polizist oder  gar Kriminalhauptkommissar zu arbeiten?

Die Gewinner

Brandstifter TB
Elke

Drecksspiel TB
Andrea Odörfer

Böses Kind TB
Mary

Böses Kind Hörbuch
Jutta liest

Böses Kind Ebook
Justine

Das Kleingedruckte

Du bist mindestens 18 Jahre alt oder hast das Einverständnis deiner Erziehungsberechtigten.
Hinterlasse uns eine Möglichkeit (E-Mail etc.), um Dich nach dem Gewinnspiel zu kontaktieren.
Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.
Eine Teilnahme am Gewinnspiel ist nur innerhalb von Deutschland, Österreich und Schweiz möglich.
Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.
Wir übernehmen keine Haftung für den Verlust des Gewinns auf dem Postweg.
Das Gewinnspiel endet am 03.12.2017 um 23:59 Uhr.

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Für mehr Gewinnchancen: Kommentiert auf allen Blogs! Das sind dann 5 Lose!

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12 Comments

  1. Ich kann es mir vorstellen 😀
    Allerdings bin ich nicht sicher ob Deutschland mein Arbeitsort wäre.

    Liebe Grüße
    Justine

  2. Also, für mich wäre das nichts, weil ich zu emotional bin und jede Gewalttat mich ewig beschäftigen würde.
    Liebe Grüße von Herba

    1. Ich denke, das geht vielen Kommissaren auch so. Siehe Interview 😀
      Die trinken alle oder sind gewalttätig oder können keine Beziehung eingehen…
      Zu viel Balast.

  3. Hallo und guten Tag ,

    da mein Mann selbst mal bei der Bereitsschaftspolizei war und einiges dazu/davon erzählt hat ..muss ich abschließend sagen…Hut ab vor jedem der diese Arbeit..Tag für Tag ..macht…

    Und ich könne es sorry nicht…

    LG..Karin…

  4. Hallo Anna,
    hm, ich weiß nicht, in der heutigen Zeit haben es Polizisten und Kommissare nicht einfach. Ob mir das dann gefallen würde? Ich glaub, dann eher als Kommissarin. Trotzdem, mir würde mehr so Rechtsmedizin und ähnliches liegen 🙂
    Liebe Grüße
    Anja vom kleinen Bücherzimmer

  5. Andrea says:

    Für mich wäre das nichts. Kein einfacher Beruf.
    Liebe Grüße, Andrea

  6. Hallo,
    nein, das könnte ich mir nicht vorstellen. Die Arbeit wäre viel zu belastend und stressig für mich. Jederzeit nachts aus dem Schlaf gerissen zu werden und zu einem Tatort gerufen zu werden, die ermüdende Kleinarbeit, wenn man einfach nicht vorwärts kommt, die langen Tage, aber auch die Gefahr, selbst ins Visier des Täters zu gelangen. Ich bleibe da lieber Leserin.

    Liebe Grüße, Jutta

  7. Hej,
    also als Kind habe ich ja immer davon geträumt Polizist zu sein und mit einem Streifenwagen zu fahren, aber heute muss ich ganz klar sagen: Niemals! Dafür ist es heute auch viel zu schwer und anstrengend sich gegen Übeltäter durchzusetzen. Und in Sachen Kriminalfälle zu ermitteln ist glaube ich auch nicht grad der leichteste Job. Ich hab da lieber etwas mehr Abstand und lasse anderen in diesen Fällen gern den Vortritt. 😀
    Liebe Grüße
    frank

  8. Ui, das klingt nach einem spannenden Krimi!

    Ich könnte mir durchaus vorstellen bei der Kripo zu arbeiten. Ich bin fasziniert von den tiefen Abgründen, die Menschen zu teilweise abstrusen Morden führen. Viel spannender fände ich aber die Arbeit in der Rechtsmedizin, ich bin ein großer Fan der Bücher von Michael Tsokos!

    Liebe Grüße,
    Mary

  9. Hey,

    nein, das kann ich mir gar nicht vorstellen. Ich finde zwar alles extrem spannend, aber ich glaube, ich wäre dafür viel zu emotional.

    Hab einen tollen Abend.

    Ganz lieben Gruß
    Steffi von angeltearz liest

  10. Elke H. says:

    Heutzutage stelle ich mir den Job schon sehr schwer vor, das liegt auch daran, daß viele Menschen keinen Respekt mehr vor der Polizei haben. Ich könnte mir auch nicht vorstellen, mit Mordopfern zu tun zu haben. Für mich wäre das nichts. Ich lese aber supergern Krimis und Thriller. Manchmal muß ich da aber auch unterbrechen, wenn es zu schlimm wird. Ich glaube, ich bin doch einAngsthase.
    LG von ELke
    becjat(at)yahoo.de

  11. Nein, das kann ich mir absolut nicht vorstellen, ich denke das wäre mir zu gefährlich und auch emotional zu belastend. Ich bin da doch eher ein Angsthase und könnte wahrscheinlich gar nicht mehr schlafen wenn ich so einen Job hätte.

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