Mit Monster Hunter Stories 2: Wings of Ruin hat Capcom einen Ableger geschaffen, der sich deutlich von der klassischen Monster-Hunter-Formel unterscheidet. Statt riesige Kreaturen in actionreichen Kämpfen zu jagen, setzt das Spiel auf eine emotionale Geschichte, rundenbasierte Kämpfe und die Freundschaft zu sogenannten Monsties. Das Ergebnis ist ein überraschend tiefgründiges JRPG, das sowohl Fans der Reihe als auch Neueinsteiger begeistert. Besonders die Mischung aus Abenteuer, Monsterzähmung und klassischem Rollenspiel sorgt dafür, dass man schnell in die farbenfrohe Welt eintaucht.

Die Geschichte beginnt auf Hakolo Island, wo mysteriöse Ereignisse die Welt erschüttern: Rathalos verschwinden spurlos und eine düstere Prophezeiung droht Wirklichkeit zu werden. Als Enkel des legendären Riders Red macht sich der Spieler gemeinsam mit Ena auf eine Reise, die voller Geheimnisse, emotionaler Momente und spektakulärer Monster steckt. Schon nach wenigen Stunden wird klar, dass Monster Hunter Stories 2 deutlich mehr sein will als nur ein Spin-off.

Eine fantastische Welt mit charmanten Monstern

Die größte Stärke des Spiels ist ohne Zweifel seine liebevoll gestaltete Welt. Jede Region besitzt ihren eigenen Stil und wirkt lebendig, detailreich und abwechslungsreich. Von grünen Wäldern über vulkanische Gebiete bis hin zu eisigen Landschaften lädt jede Umgebung zum Erkunden ein. Dabei trifft man ständig auf bekannte Monster aus dem Monster-Hunter-Universum, die hier allerdings nicht nur Gegner, sondern auch treue Begleiter sein können.

Das Sammeln und Ausbrüten der Monstie-Eier motiviert enorm. Fast jedes Monster besitzt eigene Fähigkeiten, Angriffsarten und Bewegungsoptionen. Dadurch entsteht ein motivierender Gameplay-Loop aus Kämpfen, Erkunden und Verbessern des eigenen Teams. Besonders Fans von Creature-Collector-Spielen kommen hier voll auf ihre Kosten. Die Bindung zu den Monsties wird hervorragend vermittelt und macht viele Momente überraschend emotional.

Auch optisch überzeugt das Spiel mit seinem bunten Anime-Stil. Die Animationen sind flüssig, die Monster hervorragend designt und die Zwischensequenzen atmosphärisch inszeniert. Gerade auf der Nintendo Switch sorgt der charmante Grafikstil dafür, dass das Abenteuer trotz technischer Grenzen beeindruckend aussieht. Die musikalische Untermalung trägt ebenfalls viel zur Stimmung bei und unterstützt die emotionalen Szenen perfekt.

Taktische Kämpfe mit viel Tiefgang

Das Kampfsystem basiert auf einem Stein-Schere-Papier-Prinzip zwischen Kraft, Technik und Geschwindigkeit. Anfangs wirkt dieses System simpel, doch mit zunehmender Spielzeit entfaltet sich erstaunlich viel Strategie. Unterschiedliche Waffen, Monstie-Fähigkeiten und Spezialangriffe sorgen dafür, dass Kämpfe abwechslungsreich bleiben. Besonders die Kinship-Attacken liefern spektakuläre Momente und gehören klar zu den Highlights des Spiels.

Im Gegensatz zu vielen anderen JRPGs bleibt das Kampfsystem auch nach mehreren Stunden motivierend. Bosskämpfe verlangen Aufmerksamkeit und taktisches Denken, während das Optimieren des Teams langfristig motiviert. Wer gerne experimentiert, wird viel Freude daran haben, verschiedene Monster miteinander zu kombinieren und neue Fähigkeiten freizuschalten.

Trotz aller Stärken gibt es aber auch kleinere Schwächen. Manche Nebenquests wiederholen sich häufig und das Erzähltempo zieht sich im Mittelteil gelegentlich etwas in die Länge. Zudem könnten erfahrene RPG-Spieler den Schwierigkeitsgrad stellenweise als zu leicht empfinden. Dennoch überwiegen die positiven Aspekte deutlich.

Besonders gelungen ist, wie zugänglich das Spiel gestaltet wurde. Auch Spieler ohne Vorkenntnisse der Monster-Hunter-Reihe finden schnell hinein. Gleichzeitig entdecken Veteranen zahlreiche Anspielungen und bekannte Monster, die für zusätzliche Begeisterung sorgen. Genau diese Mischung aus Fanservice, emotionaler Geschichte und motivierendem Gameplay macht Monster Hunter Stories 2 so besonders.

Visited 1 times, 1 visit(s) today