Privat

Die Sache mit der Schule

Hallo ihr Lieben,

während ich diesen Post schreibe ist es 23:33 Uhr an einem Freitagabend. Ich unterhalte mich nebenbei mit einer Freundin und denke über die vergangene Woche nach. Es war eine anstrengende Woche. Zum ersten Mal seit langer Zeit, bin ich froh, das Wochenende ist. Als Mutter und Hausfrau zieht die Woche mehr oder weniger an mir vorbei, ohne dass ich großartig mitkriege, welcher Tag nun ist. Natürlich weiß ich, wann mein Kind zur Schule muss, wann mein Mann arbeiten ist, wann Judo ansteht und so weiter und so fort. Aber das Gefühl von “Oh mein Gott, endlich Wochenende!” habe ich relativ selten. Mein Alltag ist entspannt, Hausarbeit eben. Wenn ich täglich etwas mache, dann wird es nie so schlimm, dass es mehrere Stunden braucht.

Dann kam diese Woche… Die erste Woche nach den Osterferien. Es war der Wurm drin. Schlechte Nachrichten rechts und links. Ich hätte mir denken können, dass es eigentlich noch schlimmer kommen kann, aber das will man selber nicht wahr haben. Tja, es kam schlimmer. Es kam schlimm für eine Mutter, die eigentlich der Meinung war, dass ihr doch recht selbstbewusstes Kind gut zurecht kommt, dass alles in Ordnung ist. Es gab keine Beschwerden. Nicht wirklich. Hier und da ein Streit mit der besten Freundin oder jemand wollte nicht mit ihr spielen. Das kommt bei Kindern in der 1. Klasse schon mal vor. Nichts Weltbewegendes. Nichts, was nicht am nächsten Tag vergessen ist.

Tja, denkste. All diese kleinen Problemchen, die sonst wirklich am nächsten Tag weg sind, weil die Freundschaft wieder existiert und die Person doch wieder mit meiner Tochter spielen wollte, wurden zu einem riesen großen Weinanfall.

Schock pur – mein Kind hat Angst vor der Schule

Sein eigenes Kind weinen zu sehen ist immer schwer, aber in diesem Fall wusste ich nicht mal WARUM mein Kind weint. Sie weint weil sie Angst hat, Angst in die Schule zu gehen. Nicht, weil ihr irgendwer gedroht hat oder sie gemobbt wird. Sie hat Angst zu versagen. Glaubt mir, während ich diese Zeilen tippe, stehen mir Tränen in den Augen.

Meine 6 jährige Tochter, die die erste Klasse der Grundschule besucht, hat Angst zu Versagen. Und ich weiß absolut nicht, wie ich ihr helfen kann.

Schule und Angst

Ihre Tests sind eigentlich vollkommen okay. Sie sind gut. Es gibt lachende Smileys. Es gibt welche mit Krönchen oben drauf. Ihre Hefte sind soweit auch ausgefüllt. Sie hinkt also nicht zig Seiten hinterher. Sie kann lesen und schreiben. Sie kann rechnen. Sie scheint alles zu verstehen, was sie verstehen sollte, trotzdem hat sie Angst.

Sie hat Angst davor, dass ihrer Lehrerin meckert, wenn ich mal sage, sie solle doch bitte eine extra Seite im Deutschheft machen, damit wir am Freitag nicht wieder 3 Seiten machen müssen, sondern nur 2. Sie hat Angst, dass ihre Tests schlecht sind. Sie hat Angst, weil sie noch bei dem 4. Deutschheft ist anstatt, wie die Hälfte ihrer Klasse, bei dem 5.

All diese Angst ist – laut ihrer Lehrerin – unbegründet. Sie arbeitet gut mit, verhält sich an den meisten Tagen gut und arbeitet recht schnell. Klar hat sie ab und an so Tage, wo sie gar nicht arbeitet und keine Lust hat. Das hat ja jeder mal. Aber das kam schon länger nicht mehr vor. Diese Woche lief super in der Schule – sagt die Lehrerin. Trotzdem kam mein Kind Donnerstagnacht zu mir ins Bett, wollte kuscheln und einfach nicht alleine sein. Es war ein anstrengender Donnerstag. Sie hat bei den Hausaufgaben geweint. Sie hat abends geweint, als mein Mann und ich uns mit ihr unterhalten haben. Es war einfach kein guter Tag. Für keinen von uns.

Wir reden hier von der 1. Klasse. Nicht von der 5. Klasse. Nicht vom Abitur. Von der 1. Klasse! Mir ist klar, dass die Kids nun lernen müssen wie man liest, schreibt und rechnet. Dazu kommt Sachunterricht und mittlerweile auch Englisch. Ich kann euch ehrlich gesagt gar nicht sagen, wie unglaublich froh ich bin, dass Englisch bei uns Familiensprache ist und sie es nicht nochmal von ganz vorne lernen muss. Aber dieser Druck… Dieser Druck der auf ihr lastet ist der Wahnsinn.

Ich weiß nicht, ob das in anderen Schulen auch so ist. Wir haben kein Wochenende… Da müssen dann immer 3-5 Seiten im Deutschheft aufgearbeitet werden, weil diese unter der Woche nicht geschafft wurden. Wir haben auch keine Ferien. Da werden nämlich die beiden Mathearbeitshefte aufgearbeitet. Über Weihnachten waren das ganze 18 Seiten.

Dieses Pensum, was an unserer Grundschule herrscht scheint mir enorm. Ich fühle mich absolut hilflos. Mein sonst so selbstbewusstes Kind, ist nicht mehr selbstbewusst. Sie will morgens nicht wirklich aus dem Bett kommen und in die Schule  gehen. Sie ist überempfindlich was Freundschaften angeht und wie man mit ihr redet. Erklärungen und Hilfestellungen fasst sie ab und an doch mal als Anschreien auf… Weil sie denkt, dass der Mitschüler denkt, sie wäre nicht schlau genug, um es selber zu verstehen.

Die Ferien sind gerade mal eine Woche vorbei und es wurden schon zwei Tests geschrieben. Mathe und Deutsch stehen noch aus.

Wieso fühle ich mich so hilflos?

Ich habe lange Gespräche mit der Lehrerin meiner Tochter geführt. Nur irgendwie finden wir beide einfach keine Lösung, denn wie gesagt… Sie arbeitet gut mit und die Tests sind auch gut. Mein Mann und ich bestärken sie beide darin, dass sie ihre Sache wirklich gut macht, dass wir stolz auf sie sind. Trotzdem weint mein Kind. Trotzdem geht es ihr nicht gut.

Wenn es ihr jetzt schon nicht gut geht… Was ist dann erst, wenn sie auf der weiterführenden Schule ist? Da fingen bei mir die Probleme erst an. Neue Fächer, die mich nicht interessierten und die ich bis heute nicht verstanden habe. Mobbing. Es gab für mich viele Probleme auf der Realschule. Es macht mir einfach Angst.

Es scheint ein extremer Leistungsdruck auf meinem Kind zu lasten. Er geht nicht von mir aus, denn ich bin zufrieden mit ihrer Arbeit. Ich kenne sie. Ich weiß, wie sie ist und wann sie einen schlechten Schultag haben wird. Ich erwarte nicht bei jedem Test einen Smiley mit Krönchen. Ich erwarte das eigentlich bei keinem Test.

Ich helfe wo ich kann. Wir lesen zusammen. Sie kann die Einkaufsliste schreiben, wenn sie das möchte. Ich erkläre ihr, was welche Geldmünze bedeutet und wie man rechnet. Ich versuche sie zu unterstützen, zu bestärken und ihr Selbstbewusstsein zu bewahren. Aber in dieser Woche… Habe ich einfach nur versagt.

Geht es nur mir so? Wie sind eure Erfahrungen mit der Grundschule und der 1. Klasse eurer Kinder?
Wie geht ihr damit um und habt ihr irgendeinen Rat für mich?

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48 Comments

  1. Wolfgang says:

    Ich habe selber keine Kinde, aber ich weiß, Du hast nicht versagt.
    Das ist wahrscheinlich nur eine Phase, die vorüber geht. Manche haben sie früher, andere später. Wenn Deine Tochter begreift, dass Lernen Spaß machen kann, ist alles gut. Ich hatte auch meine Phasen. Ganz ehrlich gesagt, war ich ein fauler Sack. Aber dennoch habe ich Abitur. Das wird wieder. Hoffentlich bald!

    1. Anna says:

      Im Moment macht gar nichts Spaß 🙁 Nicht mal mehr lesen nach der Schule.
      Es ist der totale Horror und ich bin total überfragt, wie ich ihr zeigen kann,
      dass sie nichts falsch macht und alles gut ist.

  2. Liebe Anna,

    mir standen beim Lesen dieses Posts auch die Tränen in den Augen und ich kann sehr gut nachvollziehen, wie du dich fühlst! Ich habe 2 Jungs – einen in der 4. Klasse und einen auch jetzt in der ersten . Beide sind intelligent, bekommen ihre Smileys und (4. Klasse) gute Noten. Sie gehen gerne zur Schule, bis auf die typischen Ausnahmetage;) Mein Großer ist fast genau so wie deine Tochter. Er macht sich immer Druck, obwohl keinerlei Grund dazu besteht. Er kann abends nicht schlafen, weil er an Kleinigkeiten denkt, die am nächsten Tag anstehen – verrückt! Mein Mann und ich reden mit Engelszungen auf ihn ein, aber es muss ganz allein von ihm kommen, wir können nicht mehr helfen. Leider. Im Herbst geht´s auf´s Gymnasium, was wieder einen ordentlichen Druck auf ihn ausüben wird. Ich denke aber, dass unsere Kids selbst einen Weg da raus finden müssen. Es ist doch am wichtigsten, dass sie wissen, dass wir als Eltern hinter ihnen stehen. Auch wenn mal ein Test daneben geht, oder? Die Sicherheit zu Hause können nur wir Eltern ihnen geben, alles andere muss von allein kommen. Und das wird es auch.
    Mein Kleiner ist etwas unkomplizierter und verspielter. Er nimmt vieles nicht so ernst, ist aber total ehrgeizig und möchte natürlich auch seinem älteren Bruder nacheifern. Was er auch mühelos schafft:) Doch heute morgen, erster Schultag nach den Ferien, hat er fast 2 Stunden nur geweint und wollte nicht zur Schule! Ich habe geredet und geredet, sein Bruder ebenfalls, aber es wurde nicht besser… Doch plötzlich um kurz vor 8 war er so fröhlich wie eh und je und stiefelte einfach los. Es muss einfach klick machen, wir können einfach nur geduldig sein und unterstützen.
    Ich finde, du kannst (leider) nicht mehr machen, als du tust. Behalte die Nerven, ihr werdet es schaffen!!! Als letzten Ausweg würde ich sonst noch zu einem Gespräch mit Sozialbeauftragten an der Schule raten. Das hat bei uns eine Bekannte gemacht, weil ihr Sohn wahrscheinlich hochintelligent ist und sich dadurch auch einen unheimlichen Druck macht, schnell weint und über jede Kleinigkeit sehr nachdenkt.
    Was mich schockiert, ist das Arbeitspensum bei euch. Meine Kids haben Hausaufgaben von Mo bis Do, dann ist quasi Wochenende. Wenn man natürlich gar nicht hinterher kommt, muss man auch hier nacharbeiten oder wenn die Hausaufgaben fehlen, aber nicht in solchem Umfang wie du es beschreibst. Das kommt auf der weiterführenden Schule ja noch früh genug. Da würde ich mich sonst mal bei anderen Grundschulen in deiner Nähe erkundigen, ob es überall so ist. Vielleicht würde das auch den Druck noch etwas von der Kleinen nehmen.
    Ich hoffe, ich konnte dir vielleicht ein wenig helfen.

    Alles Gute und trotzdem eine schöne Woche!

    LG, Claudia 🙂

    1. Anna says:

      Soweit ich weiß, ist das Pensum hier in der Gegend überall so :/
      Wir haben nur 2 Grundschulen hier im Ort und die sind beide relativ gleich. Wobei unsere die mit den besseren Lehrern ist.
      Daher ist unsere Wahl auch auf diese gefallen. Sie ist neuer, moderner, hat kleinere Klassen.
      Es lief ja auch sechs Monate lang super. Okay hier und da mal ein Test, der absolut schief lief, aber hey. Mein Kind ist mit 5
      eingeschult worden. Sie ist verspielt, lenkt sich gerne selber ab. Das weiß ich. Von daher macht das auch nichts.
      Nur diese letzte Woche… Es war der Horror und nun musste ich sie auch früher abholen, weil ihr schlecht geworden ist.
      Tja, zu Hause gehts ihr sofort besser. Es muss da also irgendwo ein Problem geben, das ich noch nicht gefunden habe :/

      1. Daniela says:

        Hallo Anna!
        Wir hatten das auch im letzten Jahr!
        Meine Tochter war knapp 6 und wurde 2 Wochen nach ihrem 6 Geburtstag eingeschult. Sie konnte durch ihre größeren Geschwister bereits lesen und schreiben. Rechnen sowieso.
        Trotz dem gab es in der Schule Probleme. Genau so wie bei Deinem Kind. Wir haben uns dann dafür entschieden das erste Jahr als Vorschuljahr zu wählen und es war gut so!
        Jetzt geht sie “richtig” in die erste Klasse und es geht uns sehr gut! Sie ist sehr fleißig, schafft alles mit links, hilft schwächeren schülern und die Hausaufgaben sind ratzfatz erledigt. Die Schule macht ihr richtig Spaß!
        Für unsere Tochter war es die beste Entscheidung die wir treffen konnten und auch sie geht sehr gerne in die Schule.
        Alles Liebe, Daniela

        1. Anna says:

          Die Überlegung hatte ich auch schon. Unsere Tochter wurde einen Monat vor ihrem 6. Geburtstag eingeschult.
          Das finde ich schon sehr früh, aber wir hatten keine andere Möglichkeit.
          Das fliegende Jahr zu nutzen wäre vielleicht die beste und auch letzte Option.

  3. Huhu meine Liebe,
    ich habe das Thema ja quasi als Liveticker miterlebt und mir tut die Maus immer noch unglaublich Leid.
    Ich war selbst geschockt als ich beim Großen sah, was heute alles von den Kids bereits in den ersten beiden Klassen an der Grundschule an Lehrstoff in ihre kleinen Köpfe gedrückt wird. Selbst die Lehrer haben da schon gesagt gehabt, das sie kaum noch Rücksicht auf die “langsameren” Kinder nehmen können weil der festgeschriebene Lehrplan gar keine großen Verzögerungen zu lässt.
    Ich war geschockt.
    Ich erinnere mich noch das ich die ersten “Mal und Geteilt” Rechnungen und der dritten Klasse hatte. Mein Sohnemann hat diese nun in der zweiten bereits Durchgenommen.
    Wir hatten als Kinder noch Ferien. Diese waren dazu da um Kräfte zusammeln und am Ende der Ferien neu durchzustarten in der Schule. Heute müssen die Kinder x Seiten in verschiedenen Arbeitsheften mit ihren Eltern durchpauken, damit sie auch ja den Anforderungen der nächsten Klasse genügen.
    Die Eltern der Klasse sind vor den nächsten Ferien geschlossen zur Lehrerin gegangen und haben gesagt, das es so nicht geht. Es ist einfach Wahnsinn, was für ein Druck mittlerweile auf die Kids ausgeübt wird.
    Mensch, während ich diesen Kommentar schreibe könnte ich selbst schon fast wieder nen Blogpost dazu schreiben, sorry also für diesen langen Kommentar und drück die Kleine mal von mir.

    Liebe Grüße,
    Bea

    1. Anna says:

      Es scheint wirklich an unserer Gegend hier zu liegen.
      Ich höre immer wieder, dass es an anderen Schulen, in anderen Bundesländern anders ist. Das es dort noch Ferien und Wochenende gibt.
      Nur hier sehe ich das nicht. Wenn ich nicht sage “Nun sind aber Ferien und die restlichen Seiten sind egal” würden wir ja wirklich
      jeden Tag in den Ferien arbeiten…
      Es macht mich irgendwo wütend, denn es wird im Endeffekt nichts bringen, außer Kinder, die ein Burnout kurz vor dem Abi haben oder
      auf der Sonderschule landen, weil sie nicht mit kommen.
      Aber das ist ein Problem, dass ich nicht lösen kann. Das von Eva hoffentlich schon. Irgendwann. Irgendwie.

  4. Jenny says:

    Ja der Druck ist mittlerweile an fast jeder Grundschule so extrem. Bei meiner ging das ähnlich zu. Doch jetzt wo sie in der 3. Klasse ist geht das ganze besser. Die Zeit geht vor rüber. Ich wünsche dir viel Kraft und deiner Tochter auch
    Liebe grüße

    1. Anna says:

      Dankeschön. Schön zu hören, dass es besser werden kann und bei euch geworden ist 🙂
      Das freut mich und gibt ein wenig Hoffnung.

  5. Wir haben ja schon vorab darüber geredet… und ich finde es sollte in der Ersten Klasse keine benotung geben. Egal in welcher form… sie sollen erst einmal sich dran gewöhnen zu lernen und dann nach und nach die benotung einzuführen.

    Du weisst ja,wenn was ist… 24/7 :*

    1. Anna says:

      I know :* Danke Maus.
      Und ich stimme dir zu… Benotung, Zeugnisse etc… Horror. Wir hatten damals nur quasi einen schriftlichen “Brief” der Lehrerin.
      Nix da. Im Sommer gibts Zeugnisse…

  6. Auch wir haben diesen Stress erlebt, tägliches Heulen, keine Angst aber auch gar keine Lust, etwas zu machen. Gut geholfen hat bei uns ein Visualisieren der Aufgaben, stoppen der wirklich benötigten Zeit, das kommt nämlich allen immer länger vor, als es wirklich ist. Und viel Loben, wenn es gut läuft, den Kindern mehr Verantwortung geben und auch der Lehrerin zurückmelden, wenn es wirklich ZU VIEL ist. Denn leider – Kind in der 6. Klasse, das Kleine in der 2.- wird es nicht besser und weniger, wenn also wieder Freude in die Schule kommt, hilft das auf lange Sicht enorm. Leider sucht man als Mama den Fhler bei sich, aber ganz im Ernst, es sind auch die Pädagogen, die da versagen, wenn sie schon so schnell die Kinder demotivieren und frustrieren. Wünsche unbekannterweise gute Nerven!!!

    1. Anna says:

      Wir reden uns den Mund fusselig glaub ich 😀
      Lob, wenn der Test gut war. Wenn die Hausaufgaben schnell erledigt wurden.
      Bisher hilft es nicht wirklich. Ich hoffe aber, das sich das bald gibt. Meine Nerven sind glaub ich fast genauso kaputt, wie die vom Kind.
      Aber erstmal warten wir das Gespräch morgen ab. Mal sehen, ob das etwas bringt.

  7. Susanne says:

    Liebe Anna,
    du hast nicht versagt. Dennoch habe ich beim Lesen das Gefühl, dass Ihr als Eltern auch ein Teil des Problems seid. Ich bin selbst Grundschullehrerin und würde NIE erwarten, dass am Wochenende, in den Ferien oder sonstwann in diesem Ausmaß gearbeitet wird. Eine Aufgabe, die wegen Trödelns nicht fertig geworden ist, zu Hause fertig machen – ja. Ganze Seiten – NEIN! Du sagst, dass Deine Tochter gut ist in der Schule – da kann ich das noch weniger verstehen. Verlangt die Lehrerin dieses Pensum von Euch? Ich finde das total überzogen und verbitte mir sowas in Elterngesprächen sogar. Kein Kind profitiert davon, wenn es zum Lernen und zur Schule so ein schlechtes Verhältnis bekommt.
    Ich kann Euch nur empfehlen, den Druck zu Hause rauszunehmen (woher der auch immer kommen mag). Wenn ihr dafür sorgt, dass das Zuhause eine Schulärger-freie Zone ist, habt ihr schon viel gewonnen.
    Liebe (und ehrlich gesagt auch etwas schockierte) Grüße,
    Susanne

    1. Anna says:

      Es wird in der Tat verlangt. Es wird verlangt, dass übers Wochenende alles aufgeholt wird, was in der Schule nicht geschafft wurde.
      Bei uns sind das manchmal 4-5 Seiten, damit der Buchstabe zu Ende gemacht wurde. Genau wie es verlangt wird, dass die Mathehefte
      in den Ferien aufgearbeitet werden. Ich verbiete uns selber in den Ferien zuviel zu machen. Ich gebe uns vielleicht drei Tage Zeit ein paar
      Sachen auf zu holen. Damit hat sich der Fall. An den Wochenenden versuche ich so wenig wie möglich zu machen. Ich sehe ja Mittwochs schon,
      ob und wieviel beim Buchstaben fehlt und arbeite dann eben etwas länger und lass sie extra was machen, damit es am Wochenende nicht viel ist.

      Bei Gesprächen wurde bisher immer gesagt “So muss das sein. Sonst kommt sie nicht mit.” Ich finde es furchtbar, aber was soll ich da noch
      großartig machen? Die Schule erwartet, dass wir das alles aufarbeiten und selber auch noch lesen, schreiben und rechnen üben. Im Alltag.
      Das einzubauen ist auch nicht immer leicht. Gut, Kind darf ihre Einkaufsliste selber schreiben, wenn sie will. Sie kann im Laden selber die
      Produkte suchen oder mit Geld bezahlen. Mehr ist im Alltag gar nicht möglich ohne wieder Druck aus zu üben.

      Es ist eine schwierige Situation :/

      1. Susanne says:

        Das finde ich sehr heftig! Ich verlange sowas nicht mal von den leistungsschwächsten Schülern, im Gegenteil, es gibt individuelle Hausaufgaben, jeder macht da weiter, wo er vormittags aufgehört hat. Und bei mir hat bisher noch jeder ordentlich lesen, schreiben und rechnen gelernt, meine Übertrittsquoten liegen sogar etwas über dem Durchschnitt… :O
        Es tut mir jedenfalls unglaublich leid für Euch als Familie, ich weiß selbst, wie viel Traurigkeit eine doofe Schulsituation in so ein Kinderleben bringen kann.

  8. Huhu, in der 1. Klasse wars beim großen Sohn auch so, er hat sich selbst wahnsinnig Druck gemacht. Nach ein paar Monaten gab sich das von selbst. Ich hab ihm gesagt, dass Fehler machen wichtig ist und auch völlig ok. Allerdings gabs in der 1. keine HA übers WE oder die Ferien. Ich als Lehrerin halte das auch für falsch und würde Rücksprache halten, evtl. auch mit dem Elternbeirat, ob es anderen auch so geht.
    Aber ansonsten: Durchhalten und viel positive Berstärkung!
    LG,
    Miri

    1. Anna says:

      Als Elternbeiratsmitglied sind mir selber auch die Hände gebunden. Jedenfalls wurde ich bisher noch nicht erhört.
      Morgen ist wieder ein Gespräch. Mal sehen, was dabei raus kommt. Ich hoffe etwas besseres als bisher.
      Ansonsten habe ich mir nun einige Sachen überlegt, die zu Hause helfen könnten, ihr einen gewissen Lernspaß zu bereiten.
      Vielleicht hilft das 🙂

      Danke für dein Kommentar.

  9. Miez says:

    Ich lann dazu nicht so viel sagen, da mein Sohn erst 4 ist. Aber ein ganz tiefes Gefühl kam in mir hoch als ich deinen Text laß. Ein Gefühl welches ich seit 20 Jahren nicht mehr hatte (und ich bin noch keine 30) Das Gefühl des Erdrückens. Ich war sehr gut in der Schule, kam gut mit und erhielt viel Lob. Aber auch einer guten Schülerin fallen hier und sa mal Dinge schwerer… Zum einen musste ich mich plötzlich damit arrangieren, dass auch mir nicht jedes Thema sofort zifliegt. Zum Anderen hatte ich Angst schlechter zu werden, spürte aufgrund des vielen Lobs eone Erwartungshaltung der Erwachsenen der ich natürlich auch weiterhin entsprechen wollte, denn ich wollte nicht das Kind sein, das der Lehrerin immer Sorgen bereitet oder das durch seine schlechte Noten anderweitig auffallen wollte (Klassenclown).
    All dies wollte ich (wie es vielleicht der Junge am Nebentisch war) eben
    nicht sein…. Ich war auf das Lob angewiesen denn nir daraus bestand mein Selbstwertgefühl… Ein Versagen setzte ich also mit ungeliebt (also weniger geliebt zu werden) sein in Verbindung…

    1. Anna says:

      Das ist natürlich die andere Seite der Medallie 🙁
      Tut mir Leid, dass es dir so ging. Ich war immer nur mittelmäßig in der Schule. Gut in allem kreativen und bei Sprachen.
      Naturwissenschaften konnte ich nicht. Daher hat auch niemand viel erwartet.
      Bei uns herrscht auch kein Leistungsdruck in der Familie. Ein schlechtes Test… Joa und? Passiert. Kommt vor.
      Drüber stehen und weiter machen. Nur schade, dass sie in der Klasse merkt, dass sie etwas hinter her ist im Moment und
      dann Angst hat, dass die anderen sie für Dumm halten. Das ist ein Gefühl, dass ich meiner Tochter einfach nicht wünsche, denn
      daran liegt es nicht. Sie ist intelligent. Sie kann alles. Sie lässt sich nur ablenken 😀

  10. Asrtid says:

    also zum spensum: das find ich extrem! meine kinder gehen in eine kleinschule, d.h. bei uns werden immer 2 schulstufen in einer klasse unterrichtet. die kinder haben einen wochenplan, den sie aufarbeiten müssen, nur wenn sie dass nicht schaffen, muss es am wochenende zu hause nachgeholt werden. der wochenplan ist (teilweise) auf die kinder angepasst und sogar bei meinem großem, eienm echten trödel-weltmeister, ist das spensum zu schaffen. selbes gilt für die hausübung: wenn sie unter der woche brav daran arbeiten (wird auch immer wochenweise aufgegeben), dann ist am WE frei. ferien sind ferien, da gibt es keine HÜ. soweit ich weiß, ist dass bei uns in österreicher sogar gesetzlich so geregelt.

    was die schulangst betrifft: ich hab das bei einem anderen jungen in der schule gesehen. jeden morgen käse-bleich, rote, blutunterlaufene augen, teilw. erbrechen…..es hat sehr lange gedauert, bis herausgefunden wurde, dass es an einem anderen mitschüler lag, der in gehänselt hatte. ein jahr später war der größere junge weg und die welt war wieder in ordnung.
    vielleicht kannst du deine kleine mal für ein paar tage aus der schule nehmen? mach etwas schönes mit ihr, einen ausflug, tierpark, hallenbad irgendetwas, damit sie sich entspannt. und rede mit ihr, rede auch mit ihren freundinnen oder deren eltern. oder vielleicht öffnet sich deine tochter lieber einer oma, tante oder oder….irgendeine ursache wird es geben, und wenn sie für uns erwachsene noch so trivial und unwichtig erscheinen möchte…
    es können auch kleine dinge helfen, bei einer bekannten war es ein kleiner zettel mit der handynummer des vaters. die gewissheit, papa immer und jederzeit anrufen zu können, wenn man ihn braucht, hat ihrer tochter damals geholfen. der zettel war wie ein talisman für sie. sie hat übrigens meines wissens nach nie angerufen…

    ich wünsch dir viel kraft und geduld und alles alles gute für deine kleine!!!

    1. Anna says:

      Die Kids dürfen bei uns Freiarbeiten. Sprich, sich ihre Zeit in der Schule selber einteilen. Jedenfalls teilweise.
      Aber genau das ist das Problem. Mein Kind würde freiwillig nicht viel machen. Daher haben wir am Wochenende immer viel aufzuholen.
      Wobei ich unter der Woche auch immer Seiten fertig machen lasse oder mal eine leichtere Seite extra mache.
      Aber zuviel will ich zu Hause nicht machen. Wir lesen schon immer, schreiben Listen, rechnen mit Geld und das fast täglich.
      Es wird viel von uns Eltern und noch mehr von den Kindern verlangt.

      Am Hänseln kann es derzeit nicht liegen. Sie geht gerne hin, freut sich immer auf die Pause. Es ist einfach dieser Leistungsdruck,
      der immer wieder Tränen hervorbringt. Als sie ihren Englisch Test zurück bekommen hat gestern war das ein Smilie mit Krönchen. Da war sie happy
      und es gab einen Wellnesstag als Belohnung. Die Welt war absolut in Ordnung gestern. Heute dann wieder nicht. *seufz*

      Es ist ein ewiges hin und her und ich weiß echt nicht, wie ich noch helfen kann.

  11. Caroline says:

    Hallo Anna, bei meiner großen Tochter war es letztes Jahr in der 1. Klasse genauso. Es lag auch an der Schule hier, die auch im städtischen Vergleich ein Wahnsinnstempo hinlegt, so wie bei euch. Meiner Tochter ging es immer schlechter, sie wurde immer häufiger krank und war am Ende im Krankenhaus. Sie wurde auch richtig apatisch und hatte Burn-out Zustände. Wir haben uns dann nach vielen Gesprächen mit Lehrern usw. entschieden sie auf eine Privatschule wechseln zu lassen. Das war dann wie eine Erlösung und in unserem Fall auch die einzigste Lösung. Sonst hätte sie die Schule kaputt gemacht. Der ständige Druck und das Pensum waren zu viel. Die Kinder,die geblieben sind haben sich meist arrangiert. Ich kenne aber einige Eltern,die ihre Arbeitsstunden reduziert haben und jetzt dann jeden Tag Privatlehrer sind. Ich drücke euch die Daumen, dass es besser wird. Liebe Grüße, Caroline

    1. Anna says:

      Privatlehrer bin ich auch.
      Privatschulen war übrigens auch meine Idee letzte Woche.
      Noch informiere ich mich, ob es hier gute gibt und wenn ja wo überhaupt, denn wir wohnen in einem kleinen
      Ort. Da kommt dann sicher viel Fahrerei auf uns zu, aber immer noch besser, als dieser Stress.

      1. Caroline says:

        Das stimmt, alles besser als der Stress. Es wird dort auch Elternarbeit gefordert,aber im Vergleich zu der Lernüberwachung vorher ist der Anteil winzig. Vielleicht gibt es eine Fahrgemeinschaft, der ihr euch anschließen könnt.Ich habe noch vergessen zu sagen,dass wir in Bayern sind. Ihr auch, wg des Pensums? Lg

        1. Anna says:

          Wir sind in NRW. Hier ist es sehr gespalten, den viele sagen mir, dass stimmt so gar nicht was ich hier schreibe.
          Leider Gottes doch. Das Pensum ist schnell und es ist viel. Jetzt werden die Zügel lockerer gelassen, weil eben A-Z
          bekannt ist und nun dürfen sie frei arbeiten. Ich hoffe, dass sich damit auch die Hausaufgaben erledigen. Ich finde
          es morgen raus.

  12. Yvonne says:

    Hallo Anna,
    Google mal nach Hochsensibilität( HSP ) bei Kindern, da befass ich mich auch grad mit wegen meiner Tochter auch 1. Klasse. Mir kommt in deinem Bericht sehr vieles bekannt vor?

    LG Yvonne

    1. Anna says:

      Alles klar. Mache ich.
      Bisher war nur von ADHS die Rede.Was sie übrigens nicht hat 😀
      Danke dir!

  13. Hallo liebe Anna,
    Meine Tochter geht auch in die erste Klasse, deswegen kann ich das ganz gut vergleichen, und ich muss sagen, was du schreibst, kommt mir tatsächlich etwas viel und heftig vor! Hier gibt’s nie Hausaufgaben übers Wochenende, insgesamt wenig Hausaufgaben, denn wenn sie etwas zu Ende bringen sollen, machen das alle Kinder während der Hortzeit nachmittags (Max.20min).
    Ich glaube, wichtig ist; dass du dein Kind ernst nimmst – und gegebenenfalls reagierst, vielleicht sogar soweit gehen, die Schule zu wechseln. Mir scheint das Lernpensum für eine erste Klasse übertrieben. Liebe Grüße, Vivi

    1. Anna says:

      Ist es auch. Wir reden morgen erstmal noch mit der Lehrerin, denn an der anderen Grundschule im Ort ist es nicht viel besser.
      Weniger Hausaufgaben, dafür aber auch schlechtere Lehrer. Ob da ein Wechsel sinnvoll ist, weiß ich nicht. Sie kommt im Grunde ja mit.
      Nur bei der Freiarbeitszeit ist sie etwas langsamer und daher stammt das Problem.
      Mal sehen ob mir dazu noch eine Lösung einfällt.

  14. Liebe Anna,

    ich schreibe Dir als Grundschullehrerin aus RLP… leider kann ich von dem selben Phänomen von der anderen Seite erzählen. Bei uns gibt es Freitags bis zur 3. Klasse keine Hausaufgaben und auch die Ferien sind tabu! Leider gibt es trotzdem auch bei uns weinende Kinder mit einem enormen Druck …. Ohne Grund…. Wir sagen es ist alles in Ordnung, die Eltern sagen es ist alles in Ordnung…. Aber aus Erfahrung kann ich sagen das für die Kinder nicht alles in Ordnung ist ! Meiner Meinung nach liegt das an unserer Gesellschaft zu der auch wir unweigerlich gehören ! Sie sind viel feinfühliger als wir denken, bekommen oft Gespräche unter Erwachsenen mit, die wir ganz ignorieren. Auch der Druck untereinander spielt eine sehr große Rolle! Ich denke das viele Grundschulkinder in ganzer Linie “gefallen” wollen und das auf den Leistungsdruck der Schule beziehen!

    Liebe Grüße und halte durch !

    1. Anna says:

      Daran dachte ich auch schon.
      Wir versuchen unsere privaten Probleme, welche auch immer es sein mögen, zu besprechen, wenn sie im Bett ist oder in der Schule.
      Denn mal im Ernst: Ein Kind muss nichts über Finanzen oder Jobs und so wissen. Das ist Druck, den kein Kind braucht.
      Ich denke, sie macht sich den Druck selber, weil andere eben weiter sind und schneller arbeiten. Sie wurde ja leider mit 5 eingeschult.
      Sie ist also noch sehr verspielt und malt lieber, als wirklich mal eine Seite in Deutsch zu machen. Nur leider wirkt sich das dann
      auch auf das Leben zu Hause aus :/

  15. Mandy says:

    Hallo Anna,
    Ich bin ebenfalls schockiert!
    Aber die einzige, die hier versagt ist die Lehrerin! Es ist nicht Dein Job, dafür zu sorgen, dass Deine Tochter alle Aufgaben schafft. Es ist der Job der Lehrerin, ihre Stunden so aufzuteilen , dass der nötige Stoff im Unterricht geschafft wird. Tut sie aber nicht. Sie wälzt es auf die Eltern und Kinder ab. Wenn dein Kind doch in der Schule gut ist und mitkommt, warum müssen dann Seiten nachgearbeitet werden??? Geht’s hier um das Prinzip? Deine Tochter ist 6 Jahre alt, soll aber an so vielen Stunden in der Woche arbeiten wie ein erwachsener??? Da läuft gewaltig was schief. Du solltest mit der Lehrerin mal Zuständigkeiten klären, was ist ihr Job? Was ist deiner? Dein Kind macht sich keinen Druck! Das tut die Lehrerin, sie lässt die Kinder ausbaden, dass sie selbst ihre Zeit im Unterricht nicht gut einteilen kann und offenbar falsche Prioritäten setzt!
    Mach dich für dein Kind stark und erkläre ihr, dass du sie verstehst und dass das nicht in Ordnung ist!
    Grüße, Mandy ( 3 Kinder, 12,10,3)

    1. Anna says:

      Das Thema hatte ich letzte Woche schon mit der Lehrerin. Da kam dann “Ich habe noch 17 andere Schüler.”
      Ja… Das ist mir bewusst. Andere Lehrer an anderen Schulen haben dann aber 25 andere Kinder….
      Ich kenne mein Kind. Sie würde nie freiwillig im Deutsch Heft arbeiten, wenn sie stattdessen ihr Mandala
      für Sachunterricht beenden kann… Sie ist, wie ich, ein kreativer Mensch und fühlt sich dann eher darin
      bestätigt, wenn sie malt, bastelt oder anderweitig kreativ ist. In Deutsch kann man nicht kreativ sein.
      In Mathe auch nicht wirklich. Ich sehe ja zu Hause, dass sie den Stoff zwar kann, aber einfach keine Lust
      drauf hat. Wenn mal Ersatzlehrer in der Klasse sind, arbeitet sie auch wesentlich besser. Auch zu Hause.
      Es ist einfach anstrengend zu wissen, dass ich zu Hause die Aufgaben der Lehrerin übernehmen soll. Zustätzlich
      zu den schon gegebenen Aufgaben wie lesen üben und Listen schreiben lassen. Ich weiß jetzt schon, dass das Wochenende
      mit Deutschhausaufgaben voll sein wird… Und meine Nerven liegen blank deswegen, weil ich den Stress schon vor mir
      sehen kann.

  16. Mandy says:

    Was würde jesper juul jetzt sagen?
    Sprich mit deinem Kind, überlass ihr die Entscheidung. Ob sie die Hefte füllt oder nicht, macht weder einen besseren noch einen schlechteren Menschen aus ihr. Sie ist das tollste Kind der Welt, egal was sie macht. Hier geht’s doch irgendwie auch um Wertvorstellungen. Was ist wichtig für ihr Leben? Immer das zu tun was andere erwarten? Sich dem Druck vermeintlich über ihr stehender Menschen zu beugen? Um jeden Preis? Nein!!! Wichtig ist Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl, zu dem stehen was man denkt und fühlt. Sie soll eine starke selbstbewusste selbstbestimmte Frau werden. Und das ist unser Mütter – Job. Und wenn das bedeutet, sich gegen eine Lehrerin aufzulehnen, dann sollten wir Eltern das unterstützen, unsere Kinder stärken – denn du fühlst doch das gleiche wie sie. Du bist ihrer Meinung. Ihr wollt beide weinen, es ist ungerecht, es ist zu viel!
    Wenn deine Tochter die Aufgaben nicht machen will, und ihr beide der Meinung seid, dass es im Prinzip unnötig ist – dann erlöse eich beide! Lasst es sein am Wochenende! Du bist für dein Kind Millionen mal wichtiger als die Lehrerin. Eure Beziehung ist so viel wertvoller als die zur Lehrerin. Setz das nicht aufs Spiel! Steh zu ihr.

  17. Hallo Anna…mir geht es genauso wie dir…der Druck ist enorm und hier sind schon viele viele Tränen geflossen. Ich habe mir einmal den Spass gegönnt und der Lehrerin extra Aufgaben mit nach Hause gegeben…lach…die wurden natürlich nicht erledigt! !! Aber seitdem machen wir in den Ferien eben Ferien und keine Aufgaben die als extra Aufgabe mit gegeben wurden. Lg Yvi

    1. Anna says:

      Ja, so habe ich das an Ostern auch gehandhabt. Ich habe die halben Seiten oder die, wo nur 2 Aufgaben gefehlt haben, machen lassen.
      So 15 Minuten an 2 Tagen. Danach waren Ferien. Der Rest ist immer noch nicht aufgefüllt und das wird auch so bleiben!

  18. Kanja says:

    Schockschwerenot!!!
    Ich habe alles bis hier durchgelesen und spontan möchte ich das System Schule abschaffen. Nicht den Hort des erfüllenden Lernens, dort wo Begeisterung vermittelt wird,wo entwickelt wird von Lehrern und Schülern und nicht die Gans des Wissen sollen gestopft wird.
    Liebe Anna, Du hast Bereiche für Deine Tochter geschaffen, wo sie mit Begeisterung und Verantwortung tätig werden darf. Einkaufsliste schreiben usw. Vor allem bei Dir sein, Deine/ Eure Liebe spüren können.
    Denn Lehrer wird Deine Tochter noch viele haben in ihrem Leben, eine Mutter hat sie nur einmal.
    Und eine Schule (es klingt so, als sei es in allen Klassen ähnlich arbeitsintensiv), die Erstklässlern die Freude am Lernen nehmen kann verdient meiner Meinung nach eine “Setzen, sechs!”
    Vielleicht entsteht der Druck zusätzlich auch dabei, dass die Lehrerin eine vielleicht unbewusste Wertigkeit vermittelt, die gar nicht Deine Tochter betrifft, sondern andere Schüler, so dass die Angst als dumm zu gelten von Deiner Tochter gar nicht so weit hergeholt ist, da sie dies täglich bei Gesprächen der Lehrerin mit anderen Schülern heraushört.
    Hochsensibel muss da gar nicht der Grund sein. Sensibel und mitfühlend reicht da völlig aus, um sich nicht wohl zu fühlen.

    1. Anna says:

      Sie ist sensibel ja. Immer hilfsbereit, immer geschockt wenn ihr mal von Freunden gesagt wird, dass sie zuviel quatscht.
      Ihr fällt einiges auf, leider auch im Privatleben. Wenn mal was nicht stimmt, merkt sie das sofort an der Art meiner Stimme.
      Es ist wirklich schwer sie davor zu schützen. Umso schlimmer finde ich, dass es in der Schule auch nicht besser ist.

  19. Kleinstadtprimel says:

    Hallo Anna, uns geht es ähnlich. Unser Sohn hat nach einem halben Jahr sämtliche Motivation für die Schule verloren! Der Unterschied ist allerdings, das wir noch Emails vom Lehrer mit den Betreff ” geringer Lernfortschritt” erhalten! Er hält den Druck nicht aus! Leider verlaufen unsere Gespräche mit dem Lehrer immer so, das unser Kind “das Problem” ist und ALLE anderen Kindern bereits viiieel weiter sind als er. In Gespräche mit den Eltern der anderen Kinder zeigt sich dann auf, das die Kinder teilweise die selben Schwächen haben. Hier allerdings vom Lehrer aber keine Gespräche einberufen werden. Wir sind am verzweifeln und müssen unseren Sohn erstmal wieder “Stark” machen…. Ich wünsche Dir Kraft und viel Liebe für Deine Tochter!

    1. Anna says:

      Oh Gott, das klingt ja auch furchtbar. Bei uns wird wenigstens mit dem Lehrer geradet.
      Heute erst wieder. Sie meinte dann, dass unsere Tochter intelligent ist und das alles auch schaffen könnte.
      Aber sie will es derzeit nicht und es ist auch im Klassenzimmer ein Kampf. Deswegen hinkt sie hinterher.
      Wie wir das nun verbessern können, müssen wir uns noch überlegen. Aber Hilfe ist von Seiten der Schule auf
      jeden Fall da. Ich hoffe mal für euch, dass der Lehrer noch ein einsehen hat. Es sind nicht immer nur die Eltern oder nur die Lehrer.

  20. Alexandra says:

    Liebe Anna,
    gestern Nachmittag habe ich deinen Text gelesen und es macht mich sehr betroffen, wie es deiner Tochter in der 1. Klasse geht. Das tut richtig weh. Ich kenne solche Probleme aus meiner Arbeit als Schulpsychologin, aber natürlich (und leider) gibt es nicht DIE Lösung, die für alle passt.

    Ihr macht extrem viel, damit sie den Leistungsanforderungen gerecht wird. Glücklich macht sie (und dich) das nicht.
    Es scheint mir, als hätte sie bereits jetzt lernen müssen, dass es nur darauf ankommt, was man wann schafft. Die Erfahrung, dass Lernen auch erfüllend ist und Spaß machen kann, geht bei diesem Pensum total verloren. Kindheit vorbei, der Ernst des Lebens ist da ?
    Es gibt einige Hinweise aus deinen Kommentaren zu den Kommentaren, die mich ein wenig haben aufhorchen lassen, dass da “mehr” ist als das extreme Pensum:
    Von ADHS ist an anderer Stelle die Rede – woran wird das fest gemacht? Und WER hat diesen Verdacht? Liegt es am Nichtanfangen, das du auch beschreibst, dass von ADHS gesprochen wird? Oder gibt es noch eine andere sichtbare Verhaltens”auffälligkeit”? Irgendwer macht das ja an irgendetwas fest. Da die erst 6 Jahre alt ist, kann ihr Verhalten für ihr Alter völlig normal sein, aber die älteren, im Verhalten schon “schulreiferen” Kinder in der Klasse gebenden Maßstab vor und sind im Vergleich dazu dann einfach unauffällig. Gerade in der ersten Klasse ist das Verhaltensrepertoire sehr vielfältig – eigentlich klar bei Kindern zwischen 5 und 7 Jahren.

    Muss soviel nachgeholt werden, weil sie nicht anfängt? Hängt es auch ein bisschen damit zusammen?
    Wie regelt die Lehrerin es, wenn deine Tochter nicht anfängt zu arbeiten? Haben die beiden da etwas vereinbart (zB Hingehen und Zeigen auf das Arbeitsblatt) oder wird es durch (regelmäßige) Ermahnung (zu) öffentlich? Auch wenn die Ermahnung freundlich formuliert ist, kann das für deine Tochter schon beschämend sein.
    Wenn es die Möglichkeit gibt, hospitiere mal einen Tag im Unterricht. Schau dir an, was da passiert.

    Ui, Wellnesstag für den Smiley mit Krönchen. Ist eine schöne Idee. Mir kommt dabei allerdings auch der Gedanke, dass mit der Belohnung des besten Smileys leider gleichzeitig deine Haltung transportiert wird – egal, ob du sie hast oder nicht. Ein Wellnesstag für all das, was sie geschafft hat, halte ich für besser – nicht für die erbrachten Leistungen im Einzelnen. Sonst wird auch eine paradoxe Situation geschaffen – du möchtest ja gar nicht, dass sie nur zufrieden ist, wenn sie die besten Smileys erreicht hat. Also richte Ihre Aufmerksamkeit nicht extra darauf. Freut euch gemeinsam dran, aber jubelt es nicht so hoch.

    Wann malt sie denn noch und ist kreativ – macht das, was ihre Leidenschaft ist? DAS zu machen, was man liebt, das entspannt ungemein. Der “flow” in den man kommt, wenn man etwas mit solcher Begeisterung tut, der ist unbeschreiblich. Kommt das durch Schule zu kurz? Sieht die Lehrerin ihr Talent und ihre Begeisterung dafür? Oder wird es als “störend” erlebt? Dann beinhaltet das vielleicht eine gefühlte Abwertung ihrer Person.

    Richtwert für Hausaufgaben (hier in NRW) für die erste Klasse sind max 30 min. Ich kenne viele Lehrkräfte, die gar nicht möchten, dass die Kinder über diese Zeit hinaus arbeiten und eher die Hände überm Kopf zusammenschlagen, wenn es länger dauert. Das scheint bei euch leider nicht so zu sein. Schade.
    Ein Schulwechsel sollte gut überlegt werden, denn die andere Schule scheint ja ebenfalls sehr leistungsbezogen aufgestellt zu sein. Schlimm wäre, wenn es dort ähnlich abgeht, aber deine Tochter durch den Wechsel das verliert, was ja gut in Schule ist: die Freundinnen und die gemeinsame Pause mit ihnen.

    Versuche zusammen mit der Lehrerin ggf. eine gemeinsame Lösung durch Hinzuziehung einer Schulpsychologin/eines Schulpsychologen. Ein neutraler Blick tut sicher gut.

    Liebe Grüße und alles Gute,
    Alexandra

    1. Anna says:

      Soviele Fragen. Danke dafür erstmal.
      ADHS wurde von der Dame, die den Schuleinstellungstest durchgeführt hat, angesprochen. Allerdings sind mein Mann und ich und selbst die Lehrerin der Meinung, dass dies nicht zu trifft. Es scheint eine Konzentrationsschwäche zu sein. Ich sehe das ja auch zu Hause. Ich muss alle 5 Minuten daran erinnern, dass die Hausaufgaben gemacht werden sollen. So ist das auch in der Schule, aber irgendwann sagt die Lehrerin nichts mehr. Ist auch irgendwo klar, denn meine Tochter ist nicht alleine in der Klasse und andere Kinder sind noch schlimmer als sie.

      Der Wellnesstag war eigentlich nicht für den Smiley. Der war schon am Tag davor geplant und versprochen, so als ausgleich zum Hausaufgaben machen und dem Stress der Woche davor. Es war reiner Zufall, dass an dem Tag dann ein sehr guter Test nach Hause kam.

      Wir wohnen auch in NRW und die 30 Minuten Regel gilt auch für uns. Leider geht es dabei aber um das konzentrierte Arbeiten und das haben wir eben nicht durchgängig. Beim Gespräch gestern wurde mir dann empfohlen mit einer Eieruhr zu arbeiten und diese auf 30 bzw 45 Minuten einzustellen, je nachdem wieviele Hausaufgaben auf sind. Wenn die Aufgaben in dieser Zeit nicht alle geschafft werden, muss Kind sie eben in der Pause in der Schule machen. Dadurch das sie noch so verspielt ist, könnte ihr das in der Tat eine Lehre sein.

      Im Grunde sind derzeit alle Lehrer überfragt, wie man denn die Konzentration fördern kann. Gestern hat es gut geklappt mit den Hausaufgaben. Aber so nach 20 Minuten war es dann auch vorbei. Ich musste zwei mal ermahnen, dass doch der Satz nun bitte endlich zu Ende geschrieben wird, damit die Hausaufgaben beendet sind. Ich werde wohl ein paar lustige Konzentrationsübungen einführen müssen, sobald ich da ein paar Ideen zu habe. Außerdem werde ich spielerisch lesen und rechnen üben. So sollte sich das alles regulieren und auch in den Ferien könnte so der Spaß an der Schule bleiben. Weil der Druck eben rausfällt und Mama sich eventuell selber zum Affen macht bei so einem Spiel. Das ist jedenfalls meine Hoffnung.

  21. Alexandra says:

    Schau mal hier, da gibt es den einen oder anderen Tipp zum Trödeln beim Hausaufgabenmachen
    http://www.rbk-direkt.de/module/Behoerdenlotse/Formularhandler.aspx?id=299

    https://www.schulpsychologie.de/wws/bin/1300810-1301322-1-hausaufgaben_goedde.pdf

    Und noch ein paar Anregungen fürs Konzentrieren ?
    http://www.zeitblueten.com/50-konzentrationsuebungen-fuer-kinder/

    Liebe Grüße, Alexandra

    1. Anna says:

      Oh, jemand der Links gefunden hat.
      Danke dir. Bisher war meine Suche danach nicht sehr erfolgreich.
      Speicher ich alles mal ab und lese es, wenn der Besuch weg ist 🙂

  22. Liebe Anna,
    ich habe zwar selber keine Kinder, aber als Kind habe ich selbst eine unglaubliche Schulangst gehabt. Dies ist wie ich finde ein ziemlich empfindliches Thema. Aus eigener Erfahrung weiß ich wie furchtbar es werden kann morgens aufzustehen und sich jeden Tag aufs Neue seiner Angst zu stellen ohne dabei das Gefühl zu bekommen Sie bekämpfen zu können. Selbst wenn die Eltern hinter einem stehen. Ich wurde damals nicht einmal von meinen Lehrern ernst genommen und das hat es für mich nur noch schlimmer gemacht. Meine Eltern haben damals glücklicherweise sofort gehandelt und mich auf eine, von Freunden empfohlene und oft so verpöhnte, Waldorfschule versetzt. Hier bin ich total aaufgeblüht und ich habe die Schule geliebt. Obwohl man direkt zwei Fremdsprachen von der ersten Klasse an hatte und ich beide nicht konnte, hatte ich nie das Gefühl dort zu viel Stress zu haben. Ich hatte Wochenende und Ferien für mich, unsere Klassenlehrerin verzichtete sogar bis zur 8. Klasse uns an einem Freitag Hausaufgaben zu geben, damit wir die Wochenenden genießen konnten. Damit will ich nicht sagen das die Waldorfschule der Himmel ist oder man dort faul sein kann. Ich wurde auf dieser Schule nur von meinen Lehrern genau so unterstützt wie ich es gebraucht habe. Die Lehrer sind individuell auf mich eingegangen und die vielen alternativen Fächer waren eine schöne Abwechslung zu dem ganzen theoretischen Kram. Und einiges, wenn natürlich auch nicht alles davon, hilft mir sogar heute noch weiter. Damit will ich nicht sagen schick deine Tochter auf eine Waldorfschule oder lass sie überhaupt Schule wechseln. Aber es gibt heute so viele verschiedene Schulformen, vielleicht wäre das eine Option, wenn es sich nicht bessern sollte. Ich war damals mehr als froh das meine Eltern sich dafür entschieden hatten und meine Eltern definitiv auch. Für meine Schwester war die Waldorfschule übrigens nichts, sie ist später auf eine Statsschule gegangen. Ich denke so ist es einfach von Kind zu Kind sehr unterschiedlich und sollte individuell entschieden werden.

    Liebe Grüße,

    Lucie

    1. Hallo Lucie,

      an eine Waldorfschule habe ich auch schon gedacht. Das kommt dann eventuell wenn es zur weiterführenden Schule geht.
      Wir haben eine wirklich gute Lehrerin, mit der ich auch heute noch guten Kontakt habe und eng zusammen arbeite.
      Die Angst ist mittlerweile wesentlich besser geworden. Allerdings haben wir es gerade mit Trotz zu tun, wo Kind eben nicht wirklich arbeiten will *seufz*
      Ich hoffe einfach mal, dass es nur eine Trotzphase ist, denn die Tests sind mittlerweile alle gut. Nur fehlt die Mitarbeit und das Arbeiten allgemein in der Schule und auch zu Hause ist es immer noch stressig. Mal sehen. Jedenfalls freut sie sich wieder auf die Schule, was ja schon mal ein großes Plus ist.

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