Rezension

Die Elementare – Michael McDowell

Die Familien McCray und Savage freuen sich auf einen erholsamen Sommer in Beldame an der Golfküste von Alabama, wo drei viktorianische Villen am Strand stehen. Zwei der Häuser sind bewohnbar, während das dritte langsam und geheimnisvoll unter einer riesigen Düne aus feinem weißen Sand begraben wird.
Obwohl es schon lange sich selbst überlassen wurde, ist das Haus nicht ohne Leben. Drinnen lauert etwas Tödliches. Etwas, das die Erwachsenen schon erschreckt hat, als sie noch Kinder waren, und das sie immer noch in ihren Albträumen verfolgt…

Klassische Moderne von Michael McDowell

Kann mir mal jemand erklären, warum es kaum deutsche Bücher von Michael McDowell gibt? Ich muss hier zu erst echt einmal sagen: Danke Festa Verlag! Denn ohne diesen Verlag, würde ich den Autor nicht kennen und meine Wunschliste wäre um einiges kürzer. Aber in diesem Fall freue ich mich über eine längere Wunschliste, denn McDowell kann einfach mal verdammt genial schreiben!

Die Gothik Elemente in diesem Buch, die sich durch das sprachliche Genie McDowells mit einer unendlichen Stille und Gänsehaut mischen, suchen noch seinesgleichen. Ich kann gar nicht beschreiben, wie enorm krass dieses Buch auf seine stille Art und Weise ist. Ich habe wirklich lange nach den richtigen Worten gesucht und sie fehlen mir irgendwie immer noch. Ich bin von einer Art Grusel, in Gänsehaut verfallen. Von Horror in Stille. Es ist unglaublich, welch phantastisches Genie in diesem Buch steckt.

Wenn ein Buch mit den Sinnen spielt

Wie beschreibt man dieses Buch am besten? Es ist definitiv nichts für zwischendurch und erst recht nicht etwas für schwache Nerven. Hier sucht man vergeblich irgendwelche blutigen Szenarien. Hier spürt man eindeutig Augen im Nacken. Kennt ihr dieses Gefühl, des Beobachtet werdens? Ja. Genau so fühlt sich dieses Buch an. Als würde es einen beobachten und mit sich in die Tiefe ziehen. Man kann nicht aufhören, obwohl man eigentlich ganz genau weiß, dass man aufhören sollte, bevor es zum nächsten Tief, zum nächsten Horror, zur nächster Stille kommt. Es ist wirklich so, als hätte dieses Buch ein eigenes Leben. Als hätte McDowell die Charaktere nicht selber erschaffen, sondern sie hätten sich den Autor ausgesucht, ihre Geschichte zu erzählen.

Ich habe noch nie… Und ich meine wirklich NIE in meinem Leben ein Buch gelesen, dass mich gleichzeitig fasziniert und mich den puren Horror hat leben lassen. Ein unglaubliches Leseerlebnis für jeden mit starken Nerven und einem Drang zum etwas anderen Horror.

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