Rezension

Someone New – Laura Kneidl

Als Micah auf ihren neuen Nachbarn trifft, kann sie es nicht glauben: Es ist ausgerechnet Julian, der wenige Wochen zuvor ihretwegen seinen Job verloren hat. Micah fühlt sich schrecklich deswegen, vor allem weil Julian kühl und abweisend zu ihr ist und ihr nicht mal die Gelegenheit gibt, sich zu entschuldigen. Doch seine undurchdringliche Art fasziniert Micah, und sie will ihn unbedingt näher kennenlernen. Dabei findet sie heraus, dass Julian nicht nur sie, sondern alle Menschen auf Abstand hält, denn er hat ein Geheimnis – ein Geheimnis, das die Art, wie sie ihn sieht, für immer verändern könnte …

Someone New – Für mich New Adult, das überraschen kann

Lange habe ich mich vor dieser Rezension gedrückt. Und das nicht, weil ich das Buch nicht mochte, es kritisieren will oder sonst irgendein Problem mit diesem Buch hatte. Nein. Das Problem liegt diesmal eher bei den Bloggern, die sich gegenseitig angreifen und dem ganzen Drama, das mit diesem Buch einhergeht. Aber darum soll es nicht gehen, denn immerhin will ich dieses Buch bewerten. Und zwar neutral.

Ihr wisst, und das gebe ich gerne zu, ich lese sehr wenig New Adult. Es ist ein Genre, dem ich vor einigen Jahren (zu Zeiten der After Reihe) den Rücken gekehrt habe und die bisherigen wenigen Ausflüge zurück, waren einfach nicht gut. Normalerweise verliere ich sehr schnell die Geduld mit der Protagonistin, hasse den Protagonisten oder sonst was. Aber hier ist das nicht der Fall. Micah ist ein wirklich gelungener Charakter und auch Julian gefällt mir gut. Es hat mich auch gefreut, dass ich den ersten Sex nicht innerhalb der ersten paar Kapitel lesen musste. Noch so ein Minuspunkt für das 0815 New Adult Buch meiner Meinung nach. Gut gemacht liebe Laura! Ich habe mich diesmal wirklich darauf gefreut, dass endlich Feuer in die Geschichte kommt.

Ich konnte mich sogar im Buch widerfinden

Auch die restlichen angesprochenen “problematischen” Theman wie die schwulenfeindlichen Eltern oder eine Beziehung zwischen einer Black Person of Color (das sagt man doch heute so oder?) und einer Weißen, fand ich sehr gut umgesetzt und passten für mich absolut ins Setting. Besonders überzeugen konnten mich Micahs Eltern, denn ich bin in einem ähnlichen Haushalt aufgewachsen. Klavier spielen für die Mandanten meines Vaters war ein normaler Start in die Feiern, die stattgefunden haben. Und ich kann euch sagen: Ich hatte nach sechs Wochen schon keine Lust mehr auf Klavier, hab es aber jahrelang durchgezogen. So ist das halt in manchen Familien. Sicherlich nicht in allen. Aber doch ja, ich kann mir gut vorstellen, dass es in Mayfield in einem Anwaltshaus so ist, dass Micah und ihr Bruder einfach nicht aus der Reihe treten dürfen. Weiteres Beispiel hier: Gilmore Girls. Wie lief das da mit Lorelai und ihren Eltern?

Irgendwie finde ich keine wirkliche Kritik

Ich bin wirklich überrascht, dass ich eigentlich keinerlei Kritik an diesem Buch üben kann.
Dafür das ich dieses Genre wirklich nicht mag. Trotzdem. Dieses Buch ist realistisch, ehrlich, in gutem Stil geschrieben und es hat mir persönlich einfach nur Spaß gemacht Micah, Julian und ihre Freunde kennen zu lernen.
Auch wenn mir irgendwann gegen Mitte des Buchs das Ende klar wurde, habe ich gerne weiter gelesen. Das sollte doch, denke ich, Lob genug sein.

 

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