Rezension

Bluthund – Julia Lalena Stöcken

»Eine Entscheidung, die nur den Tod hervorbringen wird.«

Sussex im Jahr 811: Die junge Cynuise soll dem Herrn von Hlew versprochen werden, doch am Tag ihrer Verlobung erfährt sie, dass ihr totgeglaubter Bruder Cuthwulf noch am Leben ist. Er braucht dringend ihre Hilfe, denn er hat einen dänischen Plünderer gefangen und seine Schwester spricht die Sprache der Nordmänner. Cynuise trifft eine folgenschwere Entscheidung und verlässt noch in der selben Nacht das Gut ihres Vaters, um sich auf den Weg zu Cuthwulf zu machen. Sie ahnt nicht, dass ihr Verlobter ihr bereits dicht auf den Fersen ist. Und er ist nicht der Einzige, der ein Interesse an Cynuise hat.

Bluthund – Kann mich ein historischer Roman überzeugen?

Wer meinem Blog schon länger folgt wird wissen, dass historische Romane und ich uns nicht immer sonderlich gut verstehen. England und ich uns dafür um so mehr. Sussex ist bekanntlich in England, also habe ich mich mal an Bluthund von Julia Lalena Stöcken gewagt. Und es war wirklich ein Wagnis, denn der Anfang war mehr als schwer.

Direkt zu Anfang lernen wir Cynuise kennen, deren Namen ich schwerlich lesen kann. Das war schon mal eine Sache, an die ich mich gewöhnen musste. Zudem ist Cynuise am Anfang wirklich sehr naiv, was ich in ihrer Welt eigentlich nicht verstehen kann. Da erwarte ich irgendwie eine reifere Protagonistin. Sobald ich mich mit ihr als Prota angefreundet habe, gibt es einen Sichtwechsel, der mich erstmal komplett aus der Handlung rausgeschmissen hat.  Der Sichtwechsel kam zu plötzlich und irgendwie aus dem Nirgendwo raus, was mich als Leser leider sehr verwirrt und gestört hat. So geht es auch die nächsten Kapitel erstmal weiter. Also immer und immer wieder auf neue Charaktere einstellen, die teilweise nicht mal wirklich viel zur Handlung beigetragen haben.

Erstmal etwas Kritik, dann was Positives!

Es wird wirklich viel erklärt und irgendwie passiert lange nicht viel, dass die Handlung vorantreibt, was schade ist bei einem historischen Roman. Auch die beiden Liebenden zeigen wenig Entwicklung in ihrem Verhalten einander gegenüber.
Dafür sind die Charakterentwicklungen wirklich sehr gut gelungen. Ich hätte mir nur mehr spannende Handlung gewünscht, denn wenn die Autorin ihre Charaktere mal kämpfen lässt, herrscht Spannung pur. Wäre das beim Rest des Buchs auch der Fall gewesen, hätte man mich damit vielleicht überzeugen können. Aber so plätscherte die Handlung leider nur etwas nichtssagend vor sich her.

Ein riesen großer Pluspunkt ist allerdings die Recherchearbeit, die hinter den Kulissen passiert sein muss. Historisch gesehen stimmt hier alles und wenn man die Geschichte von Sussex nicht kennt, kann man definitiv noch einiges dazu lernen. Wirklich sehr interessant.

Tut mir Leid liebe Julia. Ich habe dich ja gewarnt, dass ich historische Sachen nicht unbedingt mag und leider war das hier mehr oder weniger der Fall.

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