Familie

Mama, kann ich sterben?

Guten Abend,

ich weiß gar nicht, wie ich diesen Post anfangen soll. Oder die Gefühle, in denen ich gerade ertrinke, beschreiben sollen.
Gestern Abend war es so weit. Unsere Tochter hat die Frage gestellt, die man als Mutter oder Vater nie beantworten möchte.

Mama – Kann ich sterben?

Sie lag im Bett und ich im Aufklappbett neben ihr. Die Schwester stand gerade vor uns und stellte mir einige Frgaen bezüglich der Diagnose und wie  lange es doch dauert. Dann kam die kleine, leise und unsichere Stimme von neben mir. Die Stimme meiner Tochter “Mama, kann ich sterben?”. 

Ich glaube in diesem Moment ist mir jegliche Farbe aus dem Gesicht gewichen und meine Augen haben sich geweitet. Aber dazu müsstet ihr die Schwester befragen, denn die habe ich in dem Moment angesehen. Wie man auf so eine Frage reagiert, kann ich euch nicht sagen. Ich jedenfalls hatte Tränen in den Augen stehen.

In unserem Fall kann ich dazu nicht mal wirklich eine Antwort geben, denn ich weiß es nicht. Da keiner weiß, womit wir es hier zu tun haben, kann ich auch nicht sagen: Natürlich nicht oder Ja, kannst du. 

Vielleicht?

Vielleicht wäre eine absolut blöde Antwort. Und “Ja, kannst du.” sicherlich auch. Ich habe diese Frage verneint. Aus dem einfachen Grund, weil es für mich keine Option ist, mein Kind zu verlieren. Ich kann mir ein Leben ohne meine Tochter nicht vorstellen und weiß nicht, wie ich dann weiter leben würde. 

Allein, dass sie diese Frage stellt, macht mir Angst. Natürlich weiß sie, dass sie sehr krank ist und auch, dass es mit dem Gehirn zusammenhängt, aber alles andere versuchen wir von ihr fern zu halten. Nach vier Wochen Krankenhaus ist ihr anscheinend klar geworden, wie schlimm es wirklich ist und das ist das schlimmste, was ich mir vorstellen kann.

Was kann man denn auf diese Frage auch großartig Antworten, wenn man selber keine Antworten hat?

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8 Comments

  1. Alleine die Überschrift hat mir alle Tränen in die Augen gehagt, hat mich zittern lassen und mich
    erstmal heulen lassen wie ein schlosshund.
    Wenn ich könnte würde ich euch alles geben was ihr braucht, Eva alles abnehmen aber leider ist sowas
    unmöglich. Es tut mir so weh das du ihr keine richtige Antwort geben kannst.
    Ich habe so sehr geheult das Daniel mich erstmal beruhigen musste, ich sag mich selber in dem Moment
    wieder bei Julian am Bett auf der Intensivstation.
    Es tut mir so weh, so leid das du jetzt durch so etwas durch musst. Eva ist so eine süße Maus.

  2. Liebe Anna,

    was für ein schwerer Moment für Dich als Mama! Sich der eigenen Endlichkeit bewusst zu werden, ist schwer genug. Wenn es um das Kind geht, das man geboren und begleitet hat, ist es ein kaum auszuhaltender Gedanke. Dein letzter Satz trifft es auf den Punkt: was sollst Du schon antworten, wenn Du selbst keine Antworten hast?

    Ich wünsche Euch alles Liebe, Genesung für Deine Tochter und starke Arme, die Euch tragen!

    Von Herzen,
    Isabel

  3. Sabrina says:

    Liebe Anna!
    Ich verfolge seid knapp zwei Wochen deinen Blog hier und ich musste als Mama so manches mal mit den Tränchen kämpfen ?
    Was ihr gerade erlebt und durchmacht ist das
    Allerschlimmste was Eltern erleben müssen…
    ich bin in Gedanken sehr bei euch und eurer kleinen tapferen Mausi !!!
    Die Antwort die du ihr gegeben hast war
    Intuitiv richtig, denn ihr seid die Hoffnung tragenden und es ist genau richtig dies eurem geliebten Kind zu zeigen und es das spüren zu lassen.
    Seid herzlichst umarmt !!! ❤

  4. Susanne says:

    Mein Sohn fragte mich einmal in einer schweren Minute seiner Erkrankung: Mama warum macht Gott das mit mir und nicht mit jemand anderem? Das ist ganz ähnlich für mich gewesen, was das beantworten betraf. Ich hatte auch keine Antwort. Und Kinder spüren das! Ich bekam aber intuitiv von irgendwoher eine Antwort in mein Herz gelegt. Ich sagte ihm: Gott sucht sich besondere Menschen für diese Aufgaben aus. Nur die stärksten und wundervollsten bekommen die schwersten Aufgaben, denn sie sind die einzugen, die diese Aufgaben bewältigen können. Es half ihm. Und es half mir. Zumindest eine ganze Weile.
    Meine Gedanken sind bei euch. ❤

  5. absolut furchtbar und schrecklich. es tut mir so leid für euch und ich hoffe sehr, dass es wirklich schlichtweg keine option ist!!

  6. Janine says:

    Ich kann mir nur ansatzweise vorstellen, wie furchtbar das sein muss, so eine Frage gestellt zu bekommen.
    Ich glaube ich hätte gesagt “Jeder muss mal sterben. Irgendwann. Manche früher, manche später. Aber deine Zeit ist noch nicht gekommen.” – Denn das ist die Wahrheit! Sie ist noch hier und sie kämpft, ihr kämpft und ihr findet einen Weg. Ihr dürft nicht aufhören daran zu glauben, gemeinsam. Ich schicke euch all meine positiven Gedanken und alle Kraft der Welt. Ich hoffe, es wird schnell mehr Lichtblicke geben und sie wird schnell wieder gesund!

  7. Miriam says:

    Das ist ja schrecklich! Was soll man darauf auch antworten? :O

    Ich finde das ist etwas, auf das die KINDERärzte die Eltern auch vorbereiten müssten, dass solche Fragen kommen werden… und verdammt, wie kann es sein, dass es nach 4 Wochen Krankenhaus (!!) immer noch keine Ergebnisse gibt???!!

    Wie sieht es denn mit Heidelberg aus?
    Ich will nicht sagen dort wird alles besser, aber dort habt ihr definitiv besser Hilfe und bessere Chancen!

    Euch viel Glück zu wünschen klingt irgendwie doof und oberflächlich, aber ich wünsche euch ganz viel Glück und das alles gut geht!

  8. Darauf zu antworten hätte mir auch das Herz gebrochen. Es tut mir so leid.

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