Ein Wochenende im Luxus-Spa klingt zunächst nach dem perfekten Rezept gegen Stress. Massagen, gutes Essen, flauschige Bademäntel und ein paar Tage Abstand vom Alltag. Genau diesen Plan verfolgen Jane, Sophie und Coco in Spa Weekend. Doch statt innerer Ruhe erwartet die Freundinnen ein Wochenende, das zunehmend aus dem Ruder läuft. Spätestens als die unberechenbare Mel auftaucht, wird aus dem geplanten Rückzug eine turbulente Mischung aus Missverständnissen, Streit und Chaos.

Der Film nimmt die Wellnesswelt dabei angenehm aufs Korn. Zwischen sündhaft teuren Anwendungen, Selbstoptimierung und dem Zwang, möglichst entspannt auszusehen, findet die Geschichte reichlich Stoff für ihre Satire. Dabei will Spa Weekend gar nicht besonders tiefgründig sein. Der Film setzt auf Situationskomik, überdrehte Figuren und den Kontrast zwischen der makellosen Spa-Kulisse und dem emotionalen Durcheinander seiner Hauptfiguren.

Das funktioniert vor allem deshalb, weil die Umgebung einen schönen Gegensatz zum Verhalten der Frauen bildet. Während ringsum meditative Musik läuft und alle zur Ruhe kommen sollen, eskalieren persönliche Konflikte. Das Spa wird damit beinahe selbst zu einer weiteren Figur. Ein Ort, an dem eigentlich alles perfekt sein sollte. Und deshalb umso komischer wirkt, wenn nichts nach Plan läuft.

Vier Frauen, vier Temperamente

Das Herzstück des Films ist zweifellos das Ensemble. Leslie Mann, Anna Faris, Michelle Buteau und Isla Fisher verleihen ihren Figuren unterschiedliche Persönlichkeiten, ohne dass die Gruppe auseinanderfällt. Die Chemie zwischen den Darstellerinnen gehört zu den größten Stärken des Films. Gerade wenn die vier Frauen gemeinsam auftreten, entsteht jene Dynamik, die eine gute Freundschaftskomödie auszeichnet.

Dabei sind die Figuren keineswegs nur Stichwortgeber für Gags. Hinter den Streitereien und peinlichen Situationen stehen unterschiedliche Lebensentwürfe, Unsicherheiten und Erwartungen. Der Film nutzt diese Konflikte, um zu zeigen, dass langjährige Freundschaften nicht automatisch harmonisch verlaufen. Man kennt die Schwächen der anderen schließlich nur zu gut. Und weiß deshalb auch genau, welche Knöpfe man drücken muss.

Isla Fisher darf dabei besonders viel Energie in ihre Figur stecken. Ihre Mel bringt eine unberechenbare Note in die Gruppe und sorgt regelmäßig dafür, dass die ohnehin fragile Balance endgültig kippt. Leslie Mann, Anna Faris und Michelle Buteau setzen dagegen jeweils eigene komödiantische Akzente. Nicht jeder Gag landet perfekt, doch das Zusammenspiel sorgt dafür, dass selbst schwächere Momente schnell vergessen sind.

Zwischen Slapstick und Herz

Spa Weekend macht keinen Hehl daraus, welche Art von Film er sein möchte. Wer eine realistische Charakterstudie oder eine tiefschürfende Auseinandersetzung mit dem modernen Wellnesskult erwartet, dürfte enttäuscht werden. Der Film bevorzugt Slapstick, pointierte Dialoge und zunehmend absurde Situationen. Das ist nicht immer subtil, aber meistens sympathisch.

Interessanter wird der Film dort, wo hinter der Komik echte Emotionen sichtbar werden. Die Freundinnen müssen erkennen, dass sich ihre Leben verändert haben und ihre Beziehungen nicht einfach auf dem Stand von früher eingefroren werden können. Zwischen all den Peinlichkeiten steckt deshalb eine überraschend warme Botschaft über Zusammenhalt und die Frage, was Freundschaft eigentlich bedeutet.

Natürlich hat das Drehbuch auch seine Schwächen. Einige Konflikte wirken konstruiert, manche Pointen werden zu lange ausgespielt und die Handlung folgt stellenweise sehr vertrauten Mustern. Wer das Genre kennt, wird deshalb nur selten wirklich überrascht. Dafür besitzt der Film einen entscheidenden Vorteil: Er nimmt sich selbst nicht übermäßig ernst.

Am Ende ist Spa Weekend genau die Art von Feel-Good-Film, die ihr Publikum nicht mit großen Erkenntnissen nach Hause schicken will. Stattdessen bietet er knapp zwei Stunden Eskapismus, schräge Situationen und vier Hauptdarstellerinnen, denen man gerne beim gemeinsamen Scheitern zusieht.

Das Ergebnis ist keine revolutionäre Komödie, aber eine unterhaltsame Auszeit vom Alltag. Wer Lust auf eine turbulente Komödie mit sympathischen Figuren, reichlich Situationshumor und einem kleinen Schuss Herz hat, dürfte mit „Spa Weekend“ eine gute Wahl treffen. Für maximale Entspannung sorgt der Film zwar nicht. Aber vielleicht ist genau das der Witz.

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