Cape Carnage: Touristen kommen wegen der malerischen Küste hierher – und verschwinden manchmal urplötzlich wegen Harper Starling. Die Gärtnerin mit dem messerscharfen Verstand beschützt ihr Heimatstädtchen. Selbst wenn das bedeutet, lästige Besucher unter ihren preisgekrönten Rosenbeeten zu verscharren. Als der geheimnisvolle Nolan Rhodes auftaucht, gerät ihr Leben ins Wanken. Denn Nolan ist nicht nur unwiderstehlich attraktiv, er sinnt auch auf Rache. Der letzte Name auf seiner Liste? Harpers. Doch was als Jagd beginnt, wird schnell zu einem Spiel aus Anziehung und dunklen Abgründen. Als ein True-Crime-Fan Cape Carnage ins Visier nimmt, bleibt Harper und Nolan nur eins: Sie formen eine fragile Allianz. Und je tiefer sie sich in ihren düsteren Geheimnissen verlieren, desto heller lodert eine Leidenschaft, der sie nicht entkommen können …

Bei diesem Buch handelt es sich um eine Dark RomCom mit einer Leseempfehlung ab 18 Jahren. Im Buch sind Triggerwarnungen enthalten.

Es gibt Bücher, bei denen man schon nach wenigen Seiten merkt, dass sie anders sind. Tourist Season von Brynne Weaver gehört für mich genau in diese Kategorie. Ich bin mit der Erwartung an eine spannende Geschichte gestartet und habe am Ende deutlich mehr bekommen. eEne wilde Mischung aus Thriller, Romance, schwarzem Humor und Charakteren, die man gleichzeitig lieben und den Kopf über sie schütteln möchte.

Was mir sofort gefallen hat, war der Ton des Buches. Die Geschichte nimmt sich nie zu ernst, obwohl es immer wieder düstere und brutale Momente gibt. Genau dieses Spiel mit Gegensätzen macht den Reiz aus. Im einen Moment musste ich grinsen, im nächsten dachte ich nur: “Okay, damit habe ich jetzt wirklich nicht gerechnet.” Brynne Weaver schafft es, diese Wechsel so natürlich wirken zu lassen, dass sie nie erzwungen erscheinen.

Skurrile Figuren, die einfach funktionieren

Die größte Stärke des Romans sind für mich ganz klar die Figuren. Sie sind alles andere als perfekt, treffen fragwürdige Entscheidungen und haben ihre ganz eigenen Macken. Gerade deshalb wirken sie so lebendig. Ich hatte nie das Gefühl, dass hier nach einem typischen Schema gearbeitet wurde.

Besonders die Dynamik zwischen den Hauptfiguren hat mir richtig gut gefallen. Die Dialoge sind oft witzig, manchmal bissig und dann wieder überraschend emotional. Die Chemie zwischen ihnen entwickelt sich glaubwürdig und lebt nicht nur von körperlicher Anziehung. Stattdessen entsteht nach und nach Vertrauen. Auch wenn beide immer wieder Gründe liefern, dieses Vertrauen infrage zu stellen.

Die Liebesgeschichte nimmt sich angenehm Zeit. Wer Slow Burn mag, wird daran vermutlich genauso viel Freude haben wie ich. Es gibt genügend kleine Momente, in denen sich die Beziehung entwickelt, ohne dass die eigentliche Handlung dabei in den Hintergrund rückt. Genau diese Balance fand ich sehr gelungen.

Auch die Nebenfiguren bleiben im Gedächtnis. Manche sorgen für richtig lustige Szenen, andere bringen zusätzliche Spannung in die Geschichte. Niemand wirkt wie bloßes Beiwerk, sondern trägt etwas zum Gesamtbild bei.

Spannung mit einer ordentlichen Portion schwarzem Humor

Ich mag Bücher, die mich überraschen und genau das hat Tourist Season geschafft. Immer wenn ich dachte, ich wüsste, wohin die Geschichte geht, kam eine neue Wendung. Manche waren komplett verrückt, andere ziemlich schockierend. Trotzdem hatte ich nie das Gefühl, dass die Autorin nur um des Effekts willen überrascht. Die Entwicklungen passen zur Geschichte und zu den Figuren.

Der Humor ist dabei definitiv Geschmackssache. Er ist schwarz, manchmal makaber und an einigen Stellen ziemlich böse. Ich musste trotzdem mehr als einmal lachen, weil die Situationen einfach so absurd waren. Wer mit dieser Art von Humor nichts anfangen kann, wird wahrscheinlich Schwierigkeiten mit dem Buch haben. Mir hat genau das aber richtig gut gefallen.

Auch die Atmosphäre hat mich überzeugt. Zwischen Urlaubsfeeling, Gefahr und Chaos entsteht eine Stimmung, die man nur schwer beschreiben kann. Man fühlt sich nie komplett sicher, gleichzeitig macht genau das den Reiz aus. Ich wollte immer wissen, was als Nächstes passiert.

Der Schreibstil liest sich angenehm flüssig. Die Kapitel vergehen schnell, weil ständig irgendetwas passiert und die Autorin genau weiß, wann sie eine Szene enden lassen muss. Mehr als einmal wollte ich eigentlich nur noch ein Kapitel lesen. Und plötzlich waren wieder fünf vorbei. Dieser Lesefluss ist definitiv eine der größten Stärken des Buches.

Nicht für jeden – aber genau richtig für Fans außergewöhnlicher Geschichten

Tourist Season ist sicherlich kein Buch, das jedem gefallen wird. Wer eine klassische Liebesgeschichte oder einen geradlinigen Krimi erwartet, könnte überrascht sein. Brynne Weaver kombiniert verschiedene Genres und macht daraus etwas ganz Eigenes. Genau deshalb hebt sich der Roman für mich von vielen anderen Neuerscheinungen ab.

Besonders gefallen hat mir, dass sich die Geschichte nie vorhersehbar angefühlt hat. Die Mischung aus Spannung, Romantik und schwarzem Humor funktioniert erstaunlich gut. Natürlich gibt es auch Szenen, bei denen ich kurz dachte: “Das ist jetzt völlig übertrieben.” Aber genau das gehört für mich irgendwie zu diesem Buch. Es will gar nicht realistisch sein, sondern in erster Linie unterhalten. Und das gelingt ihm hervorragend.

Wer bereits andere Bücher der Autorin kennt, wird ihren Stil wahrscheinlich wiedererkennen. Wer sie noch nicht gelesen hat, bekommt mit Tourist Season einen guten Eindruck davon, was sie ausmacht. Schräge Ideen, ungewöhnliche Figuren und Geschichten, die sich nicht an Regeln halten.

Mein Fazit fällt deshalb sehr positiv aus. Tourist Season ist ein Roman, der mich immer wieder überrascht, zum Lachen gebracht und gleichzeitig gefesselt hat. Die Mischung aus Dark Romance, Spannung und schwarzem Humor muss man mögen, aber wenn sie den eigenen Geschmack trifft, bekommt man ein Buch, das sich angenehm von der Masse abhebt. Für mich war es genau die Art von Geschichte, bei der man nach dem Zuklappen erst einmal denkt: “Was zur Hölle habe ich da gerade gelesen?” Und das meine ich absolut positiv.

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