
Wer die Animany 2026 in der Motorworld Köln besucht hat, dürfte vor allem eines mitgenommen haben. Hier steckt viel Herzblut drin. Schon beim Rundgang durch die Halle war zu merken, dass viele Besucher nicht einfach nur zu einer Messe gekommen waren. Cosplays, Gespräche über Anime und Manga und die vielen unterschiedlichen Stände sorgten für eine lebendige Stimmung. Man konnte sich treiben lassen, schauen, stöbern und zwischendurch immer wieder etwas Neues entdecken.

Zwischen Bühnenprogramm und Stöbern blieb auch Zeit für Gespräche mit den einzelnen Händlern. Aber kommen wir erstmal zum Programm. Es gab unterschiedliche Programmpunkte, sodass für verschiedene Interessen etwas dabei war. Gerade bei einer Veranstaltung dieser Art ist das wichtig. Niemand möchte mehrere Stunden lang nur zwischen Verkaufsständen hin- und herlaufen. Die Animany hat es geschafft, immer wieder neue Anreize zu setzen. Das Problem bei der Sache? Die Bühne befand sich im selben Raum wie alles andere. Dadurch war es sehr laut und die Synchronsprecher vor Ort hatten so einige Probleme. Zum Beispiel das Aufnehmen der gewünschten Sprachnachrichten. Dies war leider nicht immer möglich.
Die Atmosphäre war trotzdem angenehm. Überall gute Laune, immer jemand zum Reden und man zockt einfach Retrospiele oder sitzt im Camp Hangout wo es auch Karaoke gab.

Händler und Künstler machen den Unterschied
Besonders positiv sind mir die Händler und Künstlerstände aufgefallen. Gerade hier hatte die Animany einiges zu bieten. Neben typischen Fanartikeln gab es viele individuelle Sachen, bei denen man nicht sofort das Gefühl hatte, sie schon auf hundert anderen Veranstaltungen gesehen zu haben. Besonders hervorheben möchte ich hier moertel – neo noir pixel art (Siehe Foto unten). Stefanie hatte wirklich ein paar ganz besonders Stadtkarten dabei die wunderschön waren. Schaut gerne mal auf ihrer Seite vorbei. Es lohnt sich auf jeden Fall.
Vor allem die kleinen Stände waren interessant. Dort konnte man immer wieder Motive, Zeichnungen oder andere Produkte entdecken, in denen viel persönliche Arbeit steckt. Die Künstler brachten dadurch eine eigene Note in die Veranstaltung. Es machte Spaß, einfach langsam an den Ständen entlangzugehen und sich überraschen zu lassen. Was auch der Grund ist, warum ich neue Sachen an meiner Pinnwand habe und mein Geldbeutel um einiges geschrumpft ist. Dieses Jahr war es sogar schwer sich zu entscheiden, was man mit nehmen möchte.
Auch der direkte Kontakt zu den Ausstellern war angenehm. Statt nur schnell etwas zu kaufen und weiterzugehen, konnte man sich teilweise über die Produkte und deren Entstehung unterhalten. Das gibt einer Convention eine ganz andere Persönlichkeit. Genau solche Begegnungen bleiben am Ende oft stärker im Gedächtnis als ein großer Programmpunkt auf der Bühne.

Beim Essen wird es schnell eintönig
Weniger überzeugend war für mich dagegen die Essensauswahl. Und das ist schade, denn gerade bei einer Veranstaltung, bei der viele Menschen einen großen Teil des Tages verbringen, sollte das Thema Verpflegung nicht zu kurz kommen.
Das Problem war nicht unbedingt, dass es gar nichts zu essen gab. Vielmehr fehlte mir die Vielfalt. Und das asiatische. Auf den vergangenen Animany Conventions waren immer auch das ein oder andere asiatische Restaurant dabei. Dieses mal lag die Auswahl zwischen gebratenen Nudeln, die schon bei Eröffnung im Wok lagen. Hamburger, HotDog und Pommes wo man schon sehen konnte, dass es reine Convinience Produkte waren. Und ein Sando Stand. Wobei ich da wirklich nicht einsehe, den gleichen Preis für Fleisch und Ei zu zahlen.
Hier hätte ich mir mehr Auswahl und vielleicht auch Angebote gewünscht, die stärker zum Thema der Veranstaltung passen. Es muss dabei gar nicht extravagant sein, aber es sollte Auswahl da sein die zum Thema passt.

Unterm Strich bleibt die Animany 2026 für mich trotzdem eine gelungene Veranstaltung. Das Programm war abwechslungsreich, die Händler und Künstlerstände waren ein echtes Highlight und die Stimmung unter den Besuchern war größtenteils sehr angenehm.
Mein Fazit fällt deshalb positiv, aber nicht unkritisch aus. Die Animany hat gezeigt, dass eine Convention vor allem dann funktioniert, wenn die Menschen und ihre Begeisterung im Mittelpunkt stehen. Genau das war hier spürbar.
Zum Schluss möchte ich auch noch einmal die Location hervorheben. Die Motorworld in Köln ist neben der Halle Tor 2 oder dem Expo Gelände eine dieser Locations, die man für jede Gelegenheit anpassen kann. Ich hoffe sehr, dass nächstes Jahr, zumindest die Bühne und die Künstler getrennt werden. Was in der Motorworld kein Problem sein sollte.