Rezension

Was geschah mit Femke Star – Kerstin Ruhkieck

Jedes Mädchen hat ein schmutziges Geheimnis. Jedes. Auch du. Doch was würdest du tun, wenn dein Geheimnis eigentlich meins wäre, und nur ich, nicht du, die Wahrheit kenne?
Und was geschah mit Femke Star?

Einst waren Femke und Anouk beste Freundinnen, bis ein Verrat die beiden entzweite. Was blieb, war die Hassliebe zweier Mädchen, die sich in unterschiedliche Richtungen entwickelt hatten. Doch als Femke eines Tages Anouk um Hilfe bittet, kommt es zu einem schrecklichen Unfall, der Anouks Leben für immer verändert.
Von hässlichen Erinnerungsfetzen geplagt, versucht Anouk herauszufinden, was Femke widerfahren ist, und stößt dabei auf eine Mauer des Schweigens. Und auch die Zeit arbeitet gegen sie, als Anouk die Hauptverdächtige eines Verbrechens wird, das sie nicht begangen hat …

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Triggerwarnung: Dieses Buch enthält mögliche Auslösereize, die bei Personen mit posttraumatischer Belastungsstörung zu einer Verschlechterung ihrer Symptome führen können.

Femke Star – Ein Buch, dass einen Scherbenhaufen hinterlassen hat

Es ist  jetzt etwas mehr als zwölf Stunden her, dass ich dieses Buch beendet habe und ich glaube, so langsam habe ich alle Scherben, die mal meine Gefühle und Nerven waren wieder eingesammelt. Es wird definitiv schwer hierzu die richtigen Worte zu finden, denn dieses Buch ist ein ganz besonders. Nicht nur die ganze Thematik der Vergewaltigungen und Gesellschaftsblicke auf junge Mädchen, sondern auch die Probleme mit Transgender, Schwulenfeindlichkeit und Bullying wird hier sehr gut dargestellt. Es ist ein Einblick in die dunkle Seite der Menschheit und auch unserer Gesellschaft.

Von Anfang an hat mich dieses Buch gefesselt. In Teil 1 hatte ich Schmerzen wie Anouk, Teil 2 hat mich neugierig gemacht auf das, was wirklich passiert ist. Und bei Teil 3 hatte ich unglaubliche Schmerzen.  Schmerzen in jedem Teil meines Körpers, vor allen in denen, die gerade in der Handlung vor kamen. Jeder Nerv in meinem Körper hat das erlebt, was im dritten Teil passiert ist. Eine unglaublich seltsame Erfahrung für mich, denn so etwas hatte ich bei keinem Buch bisher.

Es hatte etwas von diesem “Autounfall Syndrom”. Man kann einfach nicht aufhören zu lesen, das Buch nicht weglegen. Egal wie verwirrt, angeekelt oder verstört man von den Szenen ist. Dies zeugt von unglaublicher Wortgewalt, die Kerstin hier auf ihre Leser loslässt.

Würde ich das Buch empfehlen? Wenn ja – für wen

Kerstin Ruhkieck hat es wirklich geschafft diese schwierigen Themen zu einem enorm wichtigen Jugendthriller zu schreiben, dessen Triggerwarnung absolut gerechtfertig ist. Ich als Nicht-Betroffene habe mit gelitten und ich will nicht wissen, was passiert, wenn man eins dieser Themen wirklich erlebt hat.

Natürlich empfehle ich das Buch. Ganz klar. Würde ich Sterne vergeben, wäre es die volle Punktzahl. Aber wirklich nur an Menschen, die mindestens 16 Jahre alt sind und keins dieser Themen wirklich erlebt hat. Ansonsten kann man davon ausgehen, dass dieses Buch einen zerstören wird.

Gerade weil ich dieses Buch so wichtig für unsere Gesellschaft so wichtig finde, wird es dazu mit einem tollen Team demnächst auch noch Thementage geben. Also freut euch schon mal darauf.

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