
Ich habe die Animany Convention nicht nur genutzt, um tolle Händler kennenzulernen und Geld auszugeben, sondern auch, um ein kleines Interview mit einem Autor zu führen. Seine Buchreihe Thron der Chrysanthemen stand schon länger auf meiner Wunschliste und Band 1 durfte dann auch direkt mit nach Hause. Aber nun kommen wir erstmal zum Autor und seinen Figuren.

Stell dich einmal in 3 Sätzen vor
Mein Name ist Nicolas Mueller. Ich bin Fantasy Autor aus Köln. Und schreibe Urban- Fantasy, Portal-Fantasy und auch ein wenig High-Fantasy. Waren das schon drei Sätze?
Es waren genau drei Sätze, die schon einiges aussagen finde ich. Nicolas hat derzeit mehrere Bücher im Umlauf, aber heute konzentrieren wir uns auf seine japanische Urban Fantasy. Die restlichen Bücher findet ihr auf seiner Homepage, die oben bereits verlinkt ist. Auch die klingen sehr interessant vom Klappentext her. Aber erstmal zum Tengu oder?
In jeder Legende verbirgt sich ein Stück Wahrheit
Ausgerechnet Tokio! Leo kann es nicht fassen, dass er für sein Auslandssemester nach Japan geschickt wird. Dabei wollte er nichts mehr mit dem Heimatland seiner Eltern zu tun haben. Aber Leo bleibt keine andere Wahl, als sich ins Flugzeug zu setzen und ans andere Ende der Welt zu fliegen.
Dort lernt er die rätselhafte Naomi kennen. Eigentlich soll ihm die Kunststudentin nur die japanische Kultur näherbringen. Doch dann wird Leo Zeuge, wie Naomi einem mysteriösen Mann auf den Fersen ist, der als Tengu – ein japanisches Fabelwesen – verkleidet in Tokio sein Unwesen treibt.
Schon bald deckt Leo ein unglaubliches Geheimnis auf. Die Grenzen zwischen Realität und japanischer Mythologie verschwimmen, als er plötzlich in die Ereignisse verwickelt wird. Leo muss sich beeilen, wenn er den Tengu schnappen und eine Katastrophe verhindern will.
So viel zum Klappentext und natürlich habe ich auch dazu eine Frage. Denn der Tengu wäre nun nicht meine erste Wahl gewesen um sein “Unwesen” in Tokio zu treiben. Ich hätte mich eher auf den kleinen, doch recht gierigen Tanuki konzentriert, denke ich.

Warum zu erst den Tengu?
Nicolas war der Meinung, dass ich selber Kitsune gewählt hätte. Was wir oben ja schon geklärt haben. Ein gieriger Tanuki erinnert mich eher an etwas, dass eben dumme Sachen in Tokio anstellt. Aber Nicolas hatte wenig Wahl, was denn Tengu anging. Der ist nämlich plötzlich in Tokio einfach so aufgetaucht und hat den Protagonisten Leo getroffen. Danach wurde seine Rolle einfach immer größer und das Buch bekam seinen Titel Der Tengu von Tokio. Jetzt bin ich natürlich gespannt, was mich im Buch erwaretet. Was der Tengu da so treibt. Normalerweise ist er Tengu nämlich ganz woanders zu Hause und somit musste sich unser Autor ausführlich mit ihm beschäftigen.
Da die japanische Mythologie ja einige Geschichten und Fabelwesen für uns bereit hält, hatte ich noch eine letzte Frage an Nicolas und hoffe einfach mal, dass ich jetzt auch alles richtig schreibe. Denn leider ist in dem Moment ein Kind laut schreiend in die Aufnahme gelaufen und es ist nicht mehr ganz so leicht zu verstehen.
Welches Fabelwesen, welche Geschichte der japanischen Mythologie ist denn dein Favorit?
Da wird sich ganz klar für Susano-o entschieden, Bruder von Amaterasu der Sonnengöttin. Er ist nämlich mal losgezogen und hat einem älteren Ehepaar geholfen ihre Tochter vor einem achtköpfigen Schlagenwesen zu retten. Dabei hat er in einem der Köpfe dieses Wesens ein ganz besonders Schwert gefunden. Hier dann ein wenig vorshadowing. Eventuell kommt genau dieses Schwert auch in der Trilogie vor. Genau deswegen ist diese Mythologie so ein wenig die Vorlage und Inspiration zu der gesamten Buchreihe. Und we Susano-o jetzt nicht so genau kennt, hier noch eine ganz kleine Info dazu bevor Nicolas uns erwählt, was denn als nächstes ansteht.
Susanoo (須佐之男命) ist eine wichtige Figur der japanischen Mythologie und des Shintoismus. Er wird vor allem mit Stürmen, dem Meer und der wilden Natur verbunden. Susanoo gilt als mächtiger, aber auch unberechenbarer Gott.
Er ist der Bruder von Amaterasu, der Göttin der Sonne, und von Tsukuyomi, dem Gott des Mondes. Besonders bekannt ist der Streit zwischen Susanoo und Amaterasu. Durch sein rücksichtsloses Verhalten verärgerte er seine Schwester so sehr, dass sie sich in einer Höhle versteckte. Dadurch wurde die Welt dunkel. Schließlich konnte Amaterasu wieder herausgelockt werden.
Eine seiner berühmtesten Taten ist der Kampf gegen die Yamata no Orochi, eine riesige achtköpfige und achtschwänzige Schlange. Susanoo besiegte das Monster, indem er es mit Sake betrunken machte und anschließend seine Köpfe abschlug. In ihrem Körper fand er das Schwert Kusanagi-no-Tsurugi, das später zu einem der drei kaiserlichen Insignien Japans wurde.
Susanoo wird deshalb nicht nur als zerstörerische und chaotische Kraft gesehen, sondern auch als Held und Beschützer. Seine Geschichten zeigen typische Themen der japanischen Mythologie: den Gegensatz zwischen Ordnung und Chaos, Naturgewalten und göttlicher Macht.

Bisschen in die Zukunft blicken
Die Zukunft wird natürlich sehr rosig. Die Trilogie ist nun beendet und im Moment schreibt er an einem Buch, dass etwas humorvoller ist. Es ist ein Einzelband, falls ihr derzeit keine Lust auf Reihen habt. Nicholas nennt das ganze liebevoll Hu-Hi Fantasy. Also humorvolle historische Fantasy Oder auch Hu-Hi-Hi Fantasy weil auch High-Fantasy eine Rolle spielt. Das plotten macht gerade besonders viel Spaß. Wann genau es raus kommt, weiß er noch nicht aber auf der LBM nächstes Jahr wird er es hoffentlich vorstellen können.
Schaut gerne mal in seine Social Media Kanäle um auf dem Laufenden zu bleiben und ich hoffe ihr habt nun Lust, in die japanischen Mythologien einzutauchen. Ich jedenfalls kann es kaum erwarten.