Mit acht Jahren verliert Tom Belz sein linkes Bein durch Knochenkrebs. Doch sein ungebremster Lebensmut und sein starker Wille helfen ihm, selbst die größten Hürden zu nehmen. Mit zwölf entscheidet er sich bewusst gegen eine Prothese, weil sie eher hindert als hilft. Mit 33 Jahren steht er auf dem höchsten Gipfel Afrikas und streckt siegesbewusst seine Krücken in den Himmel. Toms Botschaft: »Lass Dir von niemandem einreden, dass Du etwas nicht kannst. Wenn Du etwas wirklich willst, dann mach es. Do what you can´t!«
In seinem Buch erzählt Tom seine Geschichte und wie er es schaffte, mit den Steinen, die ihm das Leben in den Weg legte, das Fundament für ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben zu bauen: »Ich zeigte Ärzten, Orthopäden, Physiotherapeuten, Krankenpflegern und allen, die jemals an mir gezweifelt haben, dass ich es doch schaffe. Es war kein einfacher Weg aber definitiv eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Früh habe ich mich dazu entschieden, keine Prothese zu tragen und trotzdem Fahrrad fahren gelernt. Ich habe in einem herkömmlichen Verein Fußball gespielt, Kindern ehrenamtlich das Schwimmen beigebracht und spiele Schlagzeug seit ich sechs Jahre alt bin. Mein Leben ist nicht ansatzweise so, wie man es vielleicht von einem jungen Mann, der nur ein Bein hat, erwartet. Es ist genau das Gegenteil!«

Ein außergewöhnlicher Lebensweg – Von Hindernissen zu neuen Horizonten

Zunächst erzählt „Do what you can’t“ die eindrucksvolle Lebensgeschichte von Tom Belz, der bereits im Alter von acht Jahren infolge einer Krebserkrankung sein linkes Bein verliert. Was anfänglich wie ein kaum überwindbarer Schicksalsschlag wirkt, entwickelt sich im Verlauf des Buches jedoch zu einem kraftvollen Appell gegen Resignation und Stillstand. Anstatt sich dem Selbstmitleid hinzugeben, entscheidet sich Belz früh für Tatkraft und Eigenverantwortung. Bereits mit zwölf Jahren trifft er bewusst die Entscheidung, auf eine Prothese zu verzichten, da sie ihn mehr einschränkt als unterstützt. Genau diese bewusste Wahl wird zu einem zentralen Schlüsselmotiv der gesamten Erzählung.

Darüber hinaus zeigt das Buch eindrücklich, wie Belz lernt, gesellschaftliche Normen und fremde Erwartungen zu hinterfragen. Er spielt Fußball, lernt Schlagzeug und entwickelt ein starkes Selbstbewusstsein, obwohl – oder gerade weil – sein Körper nicht dem entspricht, was als „normal“ gilt. Dadurch wird schnell deutlich, dass es sich hier nicht um ein klassisches Schicksalsbuch handelt. Vielmehr ist es eine authentische Geschichte über innere Stärke, Selbstakzeptanz und den Mut, den eigenen Weg konsequent zu gehen. Gleichzeitig macht Belz klar, dass körperliche Einschränkungen nicht zwangsläufig innere Grenzen bedeuten müssen.

Aufstieg zum Kilimandscharo – Ein sinnstiftendes Abenteuer

Im weiteren Verlauf rückt schließlich der zentrale Höhepunkt des Buches in den Fokus: die Besteigung des Kilimandscharo. Dieses Ziel verfolgt Belz nicht aus sportlichem Ehrgeiz allein, sondern vielmehr als persönliches Abenteuer mit hoher symbolischer Bedeutung. Einerseits steht der Berg für eine physische Herausforderung, andererseits verkörpert er den inneren Kampf gegen Zweifel, Ängste und alte Glaubenssätze. Folglich wird der Aufstieg zu einer emotionalen Reise, bei der jeder Schritt auch ein Schritt zu mehr Selbstvertrauen ist.

Während der Leser den mühevollen Weg nach oben begleitet, beschreibt Belz offen Momente der Erschöpfung, der Unsicherheit und des Zweifelns. Dennoch geben ihm genau diese Situationen neue Zuversicht, da er lernt, seine Grenzen nicht als starre Barrieren, sondern als veränderbare Zustände zu begreifen. Besonders überzeugend ist dabei, dass der Autor den Gipfelerfolg nicht verklärt, sondern als Ergebnis konsequenter Vorbereitung, innerer Haltung und Zielstrebigkeit darstellt.

Darüber hinaus verdeutlicht das Buch, dass Erfolg selten plötzlich eintritt. Stattdessen entsteht er aus einer Vielzahl kleiner Entscheidungen, die oft unspektakulär wirken, langfristig jedoch den Unterschied machen. Gerade Leserinnen und Leser, die sich aktuell in einer Phase der Unsicherheit befinden, dürften sich hier besonders angesprochen fühlen. Denn Belz zeigt nachvollziehbar, dass nicht das Ziel allein zählt, sondern vor allem der Weg dorthin.

Inspiration und Kritik – Mut zur eigenen Geschichte

Insgesamt wirkt „Do what you can’t“ sowohl inspirierend als auch herausfordernd. Einerseits motiviert die klare Botschaft, sich nicht von äußeren Stimmen begrenzen zu lassen. Andererseits fordert das Buch dazu auf, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Dabei gelingt es Belz, Authentizität und Motivation glaubwürdig zu verbinden, ohne in platte Durchhalteparolen abzurutschen. Besonders überzeugend ist die Betonung persönlicher Verantwortung und Selbstbestimmung.

Dennoch lässt sich auch ein kritischer Blick nicht vermeiden. Einige Passagen wirken stellenweise stark idealisiert. Zwar schildert Belz seine Erfolge eindrucksvoll, jedoch hätten manche Leser sich eine tiefere Auseinandersetzung mit den psychologischen Folgen von Verlust und Krankheit gewünscht. Zwar werden Rückschläge erwähnt, doch stehen diese meist im Dienst der Überwindung und weniger der Reflexion. Allerdings schmälert dies die Wirkung des Buches kaum, da der Fokus klar auf persönlichem Wachstum liegt.

Abschließend überzeugt auch die Sprache: Sie ist zugänglich, emotional und bewusst einfach gehalten. Dadurch entsteht eine große Nähe zum Autor, sodass man sich ihm während der gesamten Lektüre verbunden fühlt. Schlussendlich wird das Buch somit mehr als eine Biografie – es wird zu einem Mutmacher, der dazu einlädt, eigene Grenzen neu zu definieren.