
Die Heroes XP 2025 fand am Wochenende vom 18. bis 19. Oktober 2025 in Köln statt und verstand sich erneut als Treffpunkt für Fans von Nerd & Anime-Kultur, Gaming, Cosplay und Entertainment. Auf dem Papier versprach das Event eine vielseitige Mischung aus Shows, Workshops und Verkaufsständen. In der Realität blieb der Eindruck allerdings gemischt: Zwar war das Programm solide organisiert, doch wirkten viele Bereiche unausgefüllt und die Stimmung insgesamt zurückhaltender als erwartet. Dieser Bericht beleuchtet die Veranstaltung in drei Abschnitten – das Bühnenprogramm, die Ausstellerflächen und die allgemeine Atmosphäre.

Gästeprogramm, Bühne & Erlebniswelten
Das offizielle Programm der Heroes XP 2025 bot durchaus bekannte Erlebniswelten. Cosplay, Gaming, Merchandise, Entertainment und eine Artist Alley bildeten die Kernpunkte. Auf der Hauptbühne traten verschiedene Gäste auf, darunter Synchronsprecher und Influencer, die für kurze Panels und Q&As zur Verfügung standen. Das sorgte zwar für Struktur, jedoch fehlte es den Auftritten häufig an Tiefe oder Publikumsnähe. Viele Panels wirkten wie routinierte Standardformate ohne Überraschungen. Vor allem, da ja die Fans selber keine Fragen stellen durften sondern alles durch einen Moderator geregelt wurde. So fühlte sich alles doch sehr steif an. Insbesondere, wenn man Panels auf anderen Conventions kennt.
Der Cosplay-Contest war eines der besseren Programmpunkte. Die Teilnehmer zeigten handwerklich hochwertige Kostüme und die Jury sorgte für eine faire Bewertung. Trotzdem blieb der Funke nicht wirklich übergesprungen. Möglicherweise, weil die Halle akustisch schwierig war und die Zuschauerzahl überschaubar blieb. Auch der Gaming-Bereich, mit Freeplay-Zonen und kleinen Turnieren, wirkte ordentlich organisiert, aber ohne besondere Highlights. Insgesamt bot das Bühnenprogramm solide Unterhaltung, ohne sich besonders von anderen Conventions abzuheben.

Aussteller, Fanbereiche & Shopping
Der Ausstellerbereich war übersichtlich gestaltet. Tattoos, Karten und Figuren, Merch. Dazu Cocktails, Kaffee oder Snacks. Alles war an sich gegeben. Essen fehlt hier in der Auflistung. Die Essenstände sind auf dem ehemaligen Expo-Gelände in Köln außerhalb zu finden. Man muss also Treppe oder Fahrstuhl benutzen und darauf hoffen, dass es nicht regnet, wenn man essen möchte.
Besonders in den Mittagsstunden wirkte die Halle stellenweise leer, was dem typischen Messegefühl von Trubel und Entdeckungslust etwas entgegenstand. Dies liegt wohl daran, dass die Halle nicht komplett gebucht wurde. Was übrigens auch für richtig schlechte Akustik gesorgt hat. Es hallte leider komplett überall, sobald auf der Bühne Programm war.
Dennoch fiel die Artist Alley positiv auf. Zahlreiche Künstler präsentierten ihre Arbeiten – von Fan-Art über Sticker bis zu handgemachtem Schmuck. Hier entstand wenigstens etwas persönliche Atmosphäre. Auch die kleineren Fan-Stände trugen dazu bei, dass man vereinzelt interessante Gespräche führen konnte (sollte es denn gerade auf der Bühne leise gewesen sein). Insgesamt vermittelte der Bereich den Eindruck, dass die Veranstaltung zwar bemüht war, eine lebendige Community zu schaffen, aber an der nötigen Dichte und Vielfalt fehlte. Die Absperrung ca. in der Mitte der Halle zeigte deutlich, dass noch viel Potenzial offen ist.

Atmosphäre, Organisation & Ausblick
Stimmungsmäßig war die Heroes XP 2025 durchwachsen. Hier war der Samstag definitiv der bessere Tag vor Ort zu sein. Zwar herrschte keine schlechte Laune, doch fehlte es an Begeisterung. Viele Besucher blieben nur kurz, machten einen Rundgang und verließen die Halle bald wieder. Für eine Veranstaltung, die auf Interaktion und Erlebniswelten setzt, wirkte das Umfeld erstaunlich ruhig. Auch musikalische Untermalung und Bühnenmoderation konnten diese Zurückhaltung kaum aufbrechen.
Die Organisation funktionierte grundsätzlich reibungslos. Einlass, Orientierung und Sicherheit waren solide umgesetzt. Was jedoch auffiel, war der Mangel an emotionalen Höhepunkten. Weder Entertainment-Beiträge noch spontane Aktionen konnten dauerhaft Spannung erzeugen. Einige Besucher wünschten sich mehr Interaktion, etwa Wettbewerbe oder spontane Showelemente, die das Gemeinschaftsgefühl gestärkt hätten. So blieb das Event eher eine geordnete Messe.
Für kommende Ausgaben wäre eine stärkere Fokussierung auf Kreativität und Vielfalt wünschenswert. Mit gezielterem Konzept und dichterem Programm hat die Heroes XP das Potenzial, über ein solides Treffen hinauszuwachsen. Derzeit bleibt sie aber eher im Mittelfeld vergleichbarer Conventions. Außerdem wären mehr Mülleiner und Sitzgelegenheiten innerhalb der Halle wünschenswert.
Alles in allem ist das neue Gelände ein Upgrade. Die Umsetzung klappt diesmal leider nicht so gut. Da haben mir die letzten zwei Jahre besser gefallen. Mal sehen was 2026 für die Heroes XP bringt.