WERBUNG - Rezi Ex
Eine der ungewöhnlichsten Liebesgeschichten der Jugendliteratur jetzt als Graphic Novel

Ist es möglich, nur man selbst zu sein? Ohne dass man einem bestimmten Geschlecht zugehört, Teil einer Familie ist oder es irgendwas anderes gibt, an dem man sich orientieren könnte? Und wäre es möglich, sich in einen Menschen zu verlieben, der jeden Tag ein anderer ist? Könnte man tatsächlich jemanden lieben, der körperlich so gestaltlos, in seinem Innersten aber zugleich so beständig ist?

Eine ungewöhnliche, wandelbare Identität

In Every Day erwacht der Protagonist A jeden Morgen in einem anderen Körper. Dieses zentrale Konzept wird durch einzigartige Gestaltung eindrücklich visualisiert. A ist körperlos, doch seine innere Identität bleibt stetig. Dieses Paradoxon fesselt sofort und eröffnet dem Leser eine tiefe Auseinandersetzung mit dem Thema Selbst: Wer bin ich, wenn mein Äußeres ständig wechselt? Die Graphic Novel nutzt diese Prämisse, um Fragen nach Geschlecht, Zugehörigkeit und dem Kern menschlicher Identität zu stellen – in Bildern, die sowohl fragil als auch kraftvoll sind.

Visuelle Poesie trifft innere Welt

Die Illustrationen fangen die wechselnden Körper nicht nur ein, sondern geben A eine emotionale Signatur. Jede Figur, in der A erwacht, trägt einen eigenen visuellen Stil, aber A bleibt stets als eine laufende Konstante erkennbar. Durch Gestik, Blick und nachvollziehbare Emotionen. Die Seiten sind oft luftig, mit sparsam eingesetzten Farben, was die Vergänglichkeit und Verbindungslosigkeit verstärkt. Doch in den stillen Momenten, in denen A Rhiannon begegnet, entfalten sich zarte Farbtöne, die Sehnsucht und Nähe ausdrücken. Diese Balance macht die Graphic Novel so ausdrucksstark. Sie erzählt nicht nur eine Geschichte, sie lässt sie fühlen.

Liebe, Reflexion und universelle Fragen

Im Kern ist Every Day eine Liebesgeschichte, die Grenzen sprengt: Liebe unabhängig von Körpern, Geschlecht oder äußerer Form. Die Beziehung zwischen A und Rhiannon ist zart, doch voller Intensität, weil sie auf Vertrauen und emotionaler Tiefe beruht – nicht auf äußerlicher Erscheinung. Begleitend dazu wirft die Graphic Novel Fragen nach Diversität, Akzeptanz und mentalem Wohlbefinden auf, ohne jemals belehrend zu wirken. Stattdessen lädt sie zur Reflexion ein und lässt bewusst Raum für eigene Gedanken. Die Geschichte bleibt offen, lässt Fragen nach der Selbstwahrnehmung und der Natur der Liebe unbeantwortet.

Fazit

Diese Graphic Novel ist ein wundersames, nachdenkliches Werk, das sich nicht in alltäglichen Strukturen bewegt. Stattdessen liegt ihre Stärke in der Auseinandersetzung mit Identität, Liebe und dem Selbst, stets getragen von einem einfühlsamen Zeichnungsstil.