Rezension

Nightmare Alley – William Lindsay Gresham

Grotesk, dunkel und bizarr. Definitiv ein Leckerbissen für Noir-Fans.

Stanton Carlisle lernt die schmutzigen Tricks der Jahrmärkte und wird zum skrupellosen Gauner. Er gibt sich als spiritueller Guru aus, um die Reichen und Schwachen auszunehmen. Doch sein Spiel der Täuschungen und Lügen treibt ihn geradewegs in die Albtraumgasse …

Mit effektiver Atmosphäre und außergewöhnlicher Prosa geschrieben, ist Nightmare Alley mehr als ein großes Drama: Stantons entschlossener Aufstieg und der unvermeidliche Sturz ins Verderben ist die röntgenscharfe Durchleuchtung des »american dream«.

Nightmare Alley – Ein Noir Meisterwerk

Noch bin ich ein wenig sprachlos, wenn ich das so sagen darf. Ich habe einiges erwartet von diesem Buch. Es wird ja Dunkelgeit, Bizzares und Groteskes versprochen. Und das von einem Buch, dass bereits 73 Jahre alt ist und es erst 2018 nach Deutschland geschafft hat. Ich liebe den Feste Verlag einfach dafür, dass dieses Meisterwerk nun in wunderschöner Aufmachung, in einem hochwertigen Hardcover mit genialem Cover endlich auf dem deutschen Buchmarkt ist.

Stan Carlisle hat einen Traum. Er will der beste Magier der Welt werden. Ambitioniert lernt er die Codes auswendig, schaut sich Tricks ab und arbeitet an seinem Aufstieg, während er von den Frauen des Zirkus umringt ist. Er macht sich selbstständig, verlässt den Zirkus und lernt dann die Schattenseiten des Business kennen. Dieser Roman zeigt die dunklesten Seiten des “American Dream”. Den Aufstieg und Fall eines bis dahin “jungfreulichen” Mannes, der eigentlich nur glücklich sein wollte. Und all das mit so einer Präzension und Wortgewalt, dass der Leser am Ende sprachlos von Seite zu Seite blättert, immer tiefer in die Geschichte eintaucht und bald selber im Amerika des frühen 20. Jahrhunderts steht.

Gresham hat es geschafft mit seinen Worten ein Weltbild zu malen, dass zu seiner Zeit noch nicht all zu fern weg war und vielleicht auch in den 40ern noch der Wahrheit entsprach. Heute kann der Leser, wenn er seine Scheuklappen ablegt, den ein oder anderen Prominenten, Politiker oder einflussreichen Mann wieder erkennen. Das grotekse und bizarre an dieser Geschichte ist einfach, wie wahr sie wirklich ist. Wie oft diese Sachen auch heute noch passieren und wie wenig wir Menschen davon mitkriegen.

Als Abschluss ziehe ich den Hut vor diesem absolut meisterhaften Buch!

 

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