Interviews

Tommy Krappweis die Zweite

Ihr habt gemerkt… Herr Krappweis fasst sich nicht gerne kurz. Aber nun.. Ja, genau heute, werdet ihr erfahren, woher ihr Tommy eigentlich doch so gut kennt.

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Du bist ja nicht nur Schrifsteller, sondern auch Drehbuchautor, Musiker und Regisseur. Was gefällt dir am Besten?

Kann ich nicht sagen. Aber Fakt ist, dass ich während dem Regieführen immer saumäßig Bock drauf habe, wieder mit der Band aufzutreten und beim Romanschreiben oft denke: Jetzt einfach einen Sketch rausrotzen und dann gleich drehen, das wärs.


Wann hast du gemerkt, das du diese Berufsrichtung einschlagen willst?

Gar nicht, ehrlich gesagt. Ich hab einfach immer schon dieses Zeug gemacht. Dafür war ich ein mieser Schüler. Irgendwie hab ich ja auch keine Richtung wirklich eingeschlagen, denn ich mach ja laufend was anderes bzw. es wechselt sich immer wieder angenehm ab.


Harpo Speaks!!“sagt vielleicht nicht jedem was. Erzähl uns doch mal ein wenig über deine Band.

Ich spiele seit über zwanzig Jahren mit dieser Band Songs von den Fünfzigern bis etwa in die Siebziger. Wir haben ein Repertoire von sicher über vierhundert Titeln und wenn wir auf die Bühne gehen, weiß keiner von uns womit wir anfangen, aufhören oder in was sich der Song mittendrin verwandeln wird. Mein bestes Beispiel ist immer, dass der Drummer einen Reggeae-Beat beginnt und wir dann drauf „Lady in Black“ von Uriah Heep spielen. Oder „House of the Rising Sun“ im Hiphop-Groove, was dann irgendwann mutiert zu „Sex Machine“. Ein großer Spaß für uns und das Publikum, denn kein Gig ist wie der andere. Außerdem ist auch diese Band genauso ein „All Ager“ wie das meiste andere was ich mache. Auf Hochzeiten oder Parties haben irgendwie alle mit uns Spaß, weil es immer tanzbar ist und jeder die Songs schon mal gehört hat. Benannt ist die Band nach einem meiner Lieblingsbücher „Harpo Speaks“ von Harpo Marx.

Copyright Richard Foehr



Wie kamst du auf den Namen “bumm film “GmbH?

Wir wollten einen Firmennamen, der nicht pseudocool daherkommt, irgendwie gleichzeitig albern und passend ist und vor allem sollte er so witzig klingen, dass man ihn nicht mehr vergisst. Ich erinnere mich außerdem, dass wir uns damals ausmalten wie lustig es wäre, wenn eine Sekretärin sich mit diesem dämlichen Firmennamen am Telefon melden müsste. Das war im Nachhinein betrachtet wohl der ausschlaggebendste Grund.

Wie bist du auf die Idee gekommen, Bernd das Brot zu erschaffen? Und hast du mit dem riesen Erfolg von Bernd gerechnet?

Norman Cöster und ich wollten eine Figur, die es noch nicht gibt. Wir hatten ein irres Schaf und einen verrückten Busch und brauchten jetzt noch irgendwen oder was als Gegenpol. Norman befand Brot als lustig und ich widerum seinen Gesichtsausdruck, während er das sagte. So wurde Bernd das Brot auf dem Notizblock eines Kellners lebendig. Wir hatten von Anfang an das Gefühl, dass Bernd etwas ganz besonderes ist und das Zeug dazu hatte, richtig durchzustarten. Dass es ihn jetzt seit vierzehn Jahren gibt und nachweisslich 92% der Deutschen ihn kennen, 89% ihn gut finden und kein Ende abzusehen ist, war damals natürlich allerhöchstens eine leise Hoffnung. Über den Grimmepreis allerdings haben wir schon früh Witze gemacht. „Entweder es wird ein gigantischer Flop oder wir kriegen den Grimmepreis“ haben wir immer gesagt. Lustig.

Du bist ja öfters auf der RingCon und auch der HobbitCon anzutreffen. 2014 habt ihr euer Konzert auf der HobbitCon in der Pianobar gehabt. Hat euch das besser gefallen, als im großen Saal?

Haha, eigentlich wollten wir ein eher Singer/Songwriter/Folk-orientiertes Programm spielen. Ruhiger, akustischer, weniger Partylärm… Als sich aber dann diese lustige tanzwütige Meute vor unserer Bühne versammelt hatte, dauerte es genau vier Sekunden, in denen wir unser gesamtes Programm über Bord warfen und stattdessen in den Partymodus wechselten. Es war wild, laut, lustig und im Nachinein betrachtet exakt das Richtige für den Anlass. Wenn wir das mit dem akustisch-konzertanten Ansatz noch einmal versuchen, werden wir dafür eher in einen der kleinen Vortragssäle ziehen. Da ist die Atmosphäre eher passend als in der Partyzone.

Copyright Die Bildkomponisten
Bei der RingCon und der HobbitCon bist du ja Stammgast und gehörst quasi zum Inventar. Er Fieberst du dem Ergeinis jedes Mal aufs Neue entgegen oder ist es schon Gewohnheit geworden?

Es ist kein einziges Mal Gewohnheit und ich bin jetzt schon wieder damit beschäftigt, mir irgendwas für die RingCon auszudenken. Viele kommen ja in meine Panels, weil sie wissen dass ich meistens irgendeine Überraschung im Gepäck habe, die nicht im Programm steht. Einmal stand plötzlich Bernhard Hoecker auf der Bühne, ein anderes Mal Christoph Maria Herbst. Auf der HobbitCon hatte ich einen rüstigen alten Herrn namens Josef Göhlen dabei, dessen Name erstmal wenigen bis kaum wem etwas sagt. Als dem Publikum dann aber langsam klar wurde, dass es ohne diesen Herrn weder Wickie, Biene Maja, noch Star Trek, Pippi Langstrumpf, Alf oder Captain Future im Fernsehen gegeben hätte, wurde es regelrecht andächtig im Saal. Herr Göhlen hat all diese Programme als TV-Redakteur nach Deutschland geholt oder mitentwickelt. Ohne ihn wäre unsere Kindheit garantiert anders verlaufen. Danach habe n mir viele erzählt, dass sie plötzlich Tränen in den Augen hatten. Solche Überraschungen liebe ich.

Warum magst du die Conventions so gerne?

Weil ich mich hier zuhause fühle. Zuhause und wortlos verstanden.


Wenn du dir eine Buchreihe aussuchen könntest, die du verfilmen darfst (abgesehen von Mara), welche wäre das?

The Chronicles of Thomas Covenant The Unbeliever“ würde ich gerne verfilmen. Das ist allerdings so unfassbar unmöglich, dass ich daran kaum einen Gedanken verschwende. Covenant ist so ziemlich der unzugänglichste Character, den man für ein Fantasy-Projekt erschaffen könnte. Ein in sich gekehrter, frustrierter, wütender, enttäuschter Autor mit Schreibblockade, der zudem noch Lepra hat und in den ersten Seiten schon so viel moralische Schuld auf sich lädt, dass er die restlichen neun Bücher darunter leidet wie ein Schwein. Ok, ehrlich gesagt würde ich sie lieber nicht selbst verfilmen, sondern nur eine gelungene Verfilmung sehen wollen. Ebenso bei „Riverworld“ von Philip J. Farmer. Wurde schon zweimal als TV Serie pilotiert und war jedesmal so grauenhaft, dass es völlig zurecht sofort unterging. Ich kann nicht verstehen, wie man die brillante Essenz des Buches zweimal hintereinander so unfassbar gigantisch versemmeln konnte. Ein strenger Geruch nach „Gremiumsentscheidungen in allen Bereichen“ steigt mir in die Nase und ich glaube, ich liege damit nicht falsch.

Für alle, die dich nun gerne mal treffen würden, wo wird man dich in naher Zukunft antreffen können?

Das findet man am besten raus, wenn man mich bei Facebook entweder persönlich abonniert oder meine Fanseite gefälltmirt. Da poste ich das immer sobald ich es selber weiß. Mein nächster öffentlicher Auftritt ist glaube ich die Eröffnung des ELBENWAND Store in Augsburg am 21. Juni. Die Elbenwälder haben meine Band HARPO SPEAKS!! engagiert und dazu jede Menge MARA-Bücher geordert, die ich dann immer dann signieren kann, wenn ich nicht gerade auf der Bühne Musik mache. Somit ist immerhin dafür gesorgt, dass mir nicht langweilig wird. Gut so.

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So, damit habt ihr nun genau einen Monat Ruhe vor Tommy. Danach geht die wunderbare “Mara und der Feuerbringer” Blogtour los, mit wunderschönen Blogs, die von noch tolleren Menschen geführt werden. Danke an alle, die teilnehmen und natürlich werdet ihr hier noch eine Liste von allen bekommen.

                                                                                                                      

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