Rezension

Du wolltest es doch – Louise O’Neill

Emma ist hübsch und beliebt, die Jungs reißen sich um sie. Und sie genießt es, versucht, immer im Mittelpunkt zu stehen: Das Mädchen, das jeden herumkriegt. Bis sie nach einer Party zerschlagen und mit zerrissenem Kleid vor ihrem Haus aufwacht. Klar, sie ist mit Paul ins Schlafzimmer gegangen. Hat Pillen eingeworfen. Die anderen Jungs kamen hinterher. Aber dann? Sie erinnert sich nicht, aber die gesamte Schule weiß es. Sie haben die Fotos gesehen. Ist Emma wirklich selber schuld? Was hat sie erwartet – Emma, die Schlampe in dem ultrakurzen Kleid?

Ein aufwühlendes, vielfach preisgekröntes Buch.

Du wolltest es doch – Ein unheimlich wichtiges Buch für unsere Gesellschaft

Wie oft habe ich in letzter Zeit Facebook aufgemacht und immer und immer wieder von diesem Buch gelesen? Bestimmt jeden Tag in den letzten Wochen. Das Cover ist überall zu finden. Ich lese mehr Rezensionen denn je über diese Neuerscheinung.  Natürlich wurde ich dann neugierig und hab es selber gelesen. Und zwar innerhalb von einem Tag.

Auch wenn die Schreibweise der Autorin für mich im Buch etwas nervig war, ist dieses Buch definitiv eins meiner Jahreshighlights. Weil es unsere Welt so schohnungslos ehrlich aus der Sicht eines Opfers darstellt. Und wenn ich schohnungslos schreibe, dann meine ich das auch ganz genau so. Dieses Buch ist verdammt ehrlich und offenherzig. Ich weiß von vielen, dass sie das Buch zur Seite legen mussten, weil es zu krass beschrieben wurde.

Emma erinnert sich an diese Nacht nicht mehr. Selbst nachdem die Bilder überall auf Facebook geteilt wurden. Erst sagt sie, es war ein Scherz, dann versucht sie das Ganze aber doch vor Gericht zu klären. Und da fangen die ganzen Probleme von vorne an. Die Medien stürzten sich auf die Story, stellen Behauptungen auf, stellen ihre Aussage in Frage.
Wie oft passiert das wirklich? Wie oft traut sich ein Mädchen/eine Frau nicht, sich zu Wort zu melden und zu sagen, was passiert ist? Sicherlich häufiger als das es zu Anklagen und Verurteilungen der Täter kommt.

Warum das so ist, wird in diesem Buch erklärt und ich finde, es sollten wirklich sehr viele da draußen lesen. Vielleicht ändert sich unsere Gesellschaft ja so.

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