Schon nach den ersten Minuten von Das Drama stellt sich ein Gefühl ein, das sich durch den gesamten Film ziehen wird. Hier stimmt etwas nicht. Trotz namhafter Besetzung und einer eigentlich vielversprechenden Prämisse fehlt es von Beginn an an echter Zugkraft. Was wie ein intensives Beziehungsdrama mit emotionaler Tiefe wirken soll, entpuppt sich schnell als seltsam distanziertes Konstrukt, das seine Zuschauer eher auf Abstand hält, als sie hineinzuziehen. Genau diese Diskrepanz zwischen Anspruch und Umsetzung macht den Film so schwierig. Und letztlich auch so enttäuschend.

Große Namen, kleine Wirkung

Man merkt Das Drama sofort an, dass hier eigentlich einiges zusammenkommt, was funktionieren könnte. Ein attraktiver Cast, ein vertrautes, aber bewährtes Beziehungs-Setup und der Versuch, Romantik mit emotionaler Zuspitzung zu verbinden. Gerade weil bekannte Schauspieler beteiligt sind, erwartet man ein gewisses Maß an Qualität. Zumindest in der Darstellung. Doch genau hier beginnt schon das Problem. Trotz sichtbar vorhandener Erfahrung bleibt das Spiel der Beteiligten überraschend blass.

Die beiden Hauptdarsteller Zendaya und Robert Pattinson bemühen sich zwar, ihren Figuren Leben einzuhauchen, aber das Drehbuch lässt ihnen kaum Raum dafür. Ihre Beziehung, die eigentlich das Zentrum des Films sein sollte, wirkt seltsam distanziert. Man glaubt ihnen weder die große Liebe noch die Krise, die angeblich alles ins Wanken bringt. Statt echter Emotion entsteht eine Art leere Simulation von Nähe. Alles wirkt irgendwie überspitzt und unglaubwürdig.

Auch die Nebenrollen tragen nicht dazu bei, das Ganze aufzuwerten. Statt interessante Impulse zu liefern, wirken sie oft wie reine Stichwortgeber für eine Handlung, die ohnehin schon unter ihrer eigenen Vorhersehbarkeit leidet. Es fehlt an echten Momenten, in denen Figuren überraschen oder sich glaubwürdig entwickeln. Alles wirkt konstruiert, als würde der Film ständig nur auf seine nächsten Plotpunkte hinarbeiten.

Zwischen Romantik und Drama – und irgendwo dazwischen verloren

Was Das Drama besonders schwerfällig macht, ist seine tonale Orientierungslosigkeit. Der Film scheint sich nie festlegen zu wollen, was er eigentlich sein möchte. Mal gibt es Szenen, die klar auf Humor abzielen, dann wieder Momente, die plötzlich tief emotional wirken sollen. Das Problem dabei ist, dass beides funktioniert nicht wirklich.

Die humorvollen Passagen wirken oft gezwungen und teilweise sogar peinlich, weil sie zu sehr auf bekannte Muster setzen, ohne eigenen Dreh. Gleichzeitig bleiben die dramatischen Szenen erstaunlich oberflächlich. Konflikte werden zwar angeschnitten, aber selten konsequent durchgespielt. Dadurch fehlt es an Intensität. Nichts fühlt sich wirklich wichtig oder dringend an.

Besonders auffällig ist, wie wenig Spannung aufgebaut wird. Eigentlich lebt so eine Geschichte davon, dass man als Zuschauer mitfiebert. Schaffen sie es oder nicht? Doch hier stellt sich diese Frage kaum, weil alles so offensichtlich auf eine bestimmte Richtung hinausläuft. Diese extreme Vorhersehbarkeit nimmt dem Film jegliche emotionale Wucht. Außerdem trägt es nicht gerade zur Spannung der Geschichte bei, wenn das sogenannte “Drama” relativ früh aufgelöst wird und dann beide Schauspieler weniger überzeugend nebeneinander her spielen.

Hinzu kommt ein Dialogstil, der selten natürlich klingt. Viele Gespräche wirken wie aus einem Baukasten zusammengesetzt. Funktional, aber ohne echte Persönlichkeit. Gerade in einem Film, der stark von zwischenmenschlicher Dynamik lebt, ist das ein gravierender Schwachpunkt. Statt lebendiger Interaktion bekommt man oft nur austauschbare Sätze, die kaum hängen bleiben.

Ein Film, der sich selbst im Weg steht

Auch auf inszenatorischer Ebene bleibt Das Drama hinter seinen Möglichkeiten zurück. Visuell ist das alles zwar ordentlich, aber eben auch komplett austauschbar. Es gibt kaum Bilder oder Momente die im Gedächtnis bleiben. Die Regie scheint sich darauf zu verlassen, dass die Geschichte und die Schauspieler das tragen. Was leider nicht passiert. Robert Pattinson trägt sogar aktiv dazu bei, dass der Film flach wirkt. Er schauspielert teils zu überspitzt oder einfach auch gar nicht. Je nachdem, was eine Szene gerade so verlangt. Zendaya hingegen fällt weder gut noch schlecht auf. Sie ist einfach da. Mehr nicht.

Ein weiteres Problem ist das Tempo. Der Film zieht sich über weite Strecken, ohne wirklich voranzukommen. Szenen werden unnötig in die Länge gezogen, ohne neue Informationen oder emotionale Entwicklung zu liefern. Diese Längenproblematik sorgt dafür, dass man sich irgendwann eher durch den Film kämpft, statt ihn aktiv zu erleben. Und dabei ist der Film nicht mal zwei volle Stunden lang.

Besonders enttäuschend ist das Finale. Nach all dem Aufbau erwartet man zumindest einen starken Abschluss. Sei es emotional oder erzählerisch. Doch stattdessen wirkt das Ende überraschend uninspiriert. Es fehlt an Konsequenz, an Mut oder einfach an einer klaren Aussage. Der Film plätschert mehr oder weniger aus, ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Was am meisten frustriert, ist das Gefühl von verschwendetem Potenzial. Man sieht immer wieder Ansätze, die hätten funktionieren können: einzelne Szenen, kurze Momente, in denen die Chemie kurz aufblitzt oder eine Idee interessant wirkt. Aber nichts davon wird wirklich ausgearbeitet. Alles bleibt an der Oberfläche und mündet letztlich in einer großen Leere.

Fazit

Das Drama ist kein kompletter Totalausfall, aber ein durch und durch enttäuschender Film. Trotz solider Besetzung und einer grundsätzlich funktionierenden Ausgangsidee scheitert er an einem schwachen Drehbuch, fehlender emotionaler Tiefe und einer unklaren tonalen Ausrichtung.

Die Schauspieler liefern das, was sie können. Aber eben auf einem Fundament, das ihnen kaum Chancen gibt zu glänzen. Die Geschichte bleibt vorhersehbar, die Inszenierung uninspiriert und das Gesamtbild wirkt wie ein Film, der nie genau wusste, was er eigentlich erzählen möchte.

Am Ende bleibt vor allem eines hängen. Das Gefühl, dass hier viel mehr möglich gewesen wäre. Statt eines packenden Beziehungsdramas oder einer cleveren romantischen Geschichte bekommt man ein Werk, das sich in Mittelmaß verliert und kaum nachhaltige Wirkung entfaltet. Genau das macht Das Drama so frustrierend. Nicht weil er alles falsch macht, sondern weil er fast alles nur halb richtig macht.